Gut ein Jahr lang wird Maria Stern aufwendig renoviert

von Redaktion

Die Arbeiten an der Wallfahrtskirche in Neukirchen kosten 1,5 Millionen Euro und sollen von Januar 2022 bis Frühjahr 2023 andauern

Riedering – Die Wallfahrtskirche Maria Stern in Neukirchen, malerisch im Süden des Simssees auf einem Hügel thronend, ist in die Jahre gekommen. Ab Januar kommenden Jahres sollen die Renovierungsarbeiten im Inneren des barocken Kleinods losgehen, gut 15 Monate sind veranschlagt, aber die Finanzierungsfrage ist noch nicht vollständig geklärt.

Schönheit
bewahren

1,3 Mio Euro habe das Erzbischöfliche Ordinariat in München zugesagt, aktuellen Schätzungen nach müssen aber gut 1,5 Mio Euro für die Renovierung aufgebracht werden. „200000 Euro mindestens müssen wir also aus Eigenmitteln beisteuern“, seufzt Kirchenpfleger Heinrich Dhom beim Rundgang durch die Marienwallfahrtskirche. Mit Flyern und mit einem Schaulauf macht deshalb die Kirchenverwaltung Riedering, zu der auch die Filialkirche Maria Stern gehört, nun auf das „Dilemma – barocke Wallfahrtskirche, deren Schönheit es zu bewahren gilt“ – aufmerksam. Dhom fasst bei der kleinen Führung die Historie zusammen: Gegründet auf einem romanischen Vorgängerbau, wurde die Kirche in der Spätgotik um 1440 errichtet und drei Jahrhunderte später noch einmal nach Westen hin aufgrund der gesteigerten Marienwallfahrten erweitert. Das Kircheninnere, prunkvoll barock ausgestaltet, die zahlreichen, an den Langhauswänden angebrachten Votivbilder und der Hochaltar mit dem Mariengnadenbild sind eindrucksvolles Zeugnis der Volksfrömmigkeit und des Glaubens.

Die letzte Renovierung datiert von 1977/78. Doch nun geht es um größere Maßnahmen: Schon vor einigen Jahren wurden in Abstimmung mit dem kirchlichen Kunstreferat Feuchteschäden an den beiden bröselnden Seitenaltären festgestellt und untersucht. Dann stellte man fest, dass es über die gesamte Länge des Gewölbescheitels einen Riss gibt und schließlich zeigte sich, dass auch das Dachgestühl stabilisiert werden muss. „Eine Folge der Dachstuhl-Veränderung im 18. Jahrhundert“, erklärt Dhom.

Dhom deutet auf die Rückseite der Kirche: Die Balken der Empore sind morsch, und „deswegen darf niemand mehr unter der Empore sitzen.“ Auch wenn der Heilige Geist vorsorglich abgenommen wurde, der Riss quer durch die Taube im Deckengewölbe wirkt verstörend. Am Hochaltar fehlt links oben eine goldene Vase, „die ist einmal während der Wandlung heruntergefallen“, erinnert sich Pfarrer Claus Klebinger. Im Zuge der Maßnahmen soll nun als erste Maßnahme die gesamte Kirchen-Raumschale gereinigt werden, dann geht es an die Sanierung des Innenraums. Da sind die beschädigten Seitenaltäre, auch die Glasmalereifenster und die Portale müssen renoviert, die Orgel gereinigt und nachintoniert, die Beleuchtung nachgebessert und ein barrierefreier Eingang an der Nordseite der Kirche geschaffen werden.

Doch es geht nicht nur um eine gründliche Renovierung, sondern auch um eine liturgische Neugestaltung des Altarraumes mit Altartisch, Ambo und Kommunionbank. Hierfür fertigte der Rosenheimer Bildhauer Josef Hamberger (1925-2019) als letztes Werk vor seinem Tod Entwürfe für die Neukirchener Wallfahrtskirche an. Dhom zeigt auf den provisorischen nackten Holzaltar, der derzeit die Kirche schmückt. „Der Hamberger-Altar soll dann in Bronze, Zinn und Marmor strahlen.“ Im Januar 2022 beginnen die Arbeiten, die bis zum Frühjahr 2023 dauern werden. Für die Pfarrgemeinde selbst sind 15 Prozent der genehmigten Baukosten zu stemmen.

Eigenleistung
der Pfarrgemeinde

Beim Hinausgehen weist Dhom auf einen mit Steinen gefüllten Glas-Zylinder hin, der nicht ganz voll ist. „Die fehlende Summe ist im Vergleich zu dem vom Ordinariat kommenden Beitrag nicht wirklich viel“, lächelt Dhom. Und doch ist es für die Kirche viel Geld, die als Eigenleistung vor Ort zu erbringen ist. elk

Spendenkonto

IBAN DE13 7116 0000 0000 4020 79, BIC GENODEF1VRR. Weitere Informationen auch unter www.pfarrverband.com

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