Ein kompliziertes Jahr

von Redaktion

Eggstätts Bürgermeister Glas über den Umweltschaden

Eggstätt – „Kaum ein Jahresrückblick ist mir wohl so schwergefallen, wie dieser auf die zurückliegenden zwölf Monate“, sagt Bürgermeister Christian Glas (Freie Bürger). Kein Wunder, die Gemeinde wurde im April Opfer von einer Umweltverschmutzung, die sie bis heute versucht zu bekämpfen. Andere Themen, die die Gemeinde im vergangenen Jahr beschäftigt haben, sind der Kindergartenneubau, die Digitalisierung der Schule und der Verwaltung und der Ausbau der vorhandenen Infrastruktur.

Kanalsystem gespült,
Erdreich entnommen

Die Polizei erwischte im April einen Ortsfremden, wie er im Gewerbegebiet Natzing PFAS-belastetes Löschmittel in den Oberflächenwasser- beziehungsweise Niederschlagswasserkanal eingeleitet hat. Die Gemeinde Eggstätt begann sofort, zusammen mit den zuständigen Behörden, die Sanierungsmaßnahmen. „Das Kanalsystem wurde gespült, belastetes Erdreich aus dem Retentionsfilterbecken entnommen, Grundwassermessstellen wurden eingerichtet und das kontaminierte Grundwasser wird seit Ende Juni über spezielle Kohlefilter in einer Reinigungsanlage gefiltert“, erklärt Glas.

Gleichzeitig betont er, dass keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestand und bestehe. Der Umweltschaden hat enorme finanzielle Ausmaße. „Bis dato sind für die Gemeinde Kosten von mehr als 600000 Euro entstanden, ein Endbetrag ist derzeit noch gar nicht absehbar“, so der Bürgermeister. Derzeit fänden viele Gespräche mit Vertretern der Staatsregierung und den Fachbehörden statt, in denen geklärt werden soll, wie eine finanzielle Unterstützung aussehen könnte.

Ein weiteres Thema, das die Gemeinde 2021 beschäftigt hat, ist der geplante Neubau des Kindergartens. Mit 55 Prozent der Stimmen entschieden die Bürger der Gemeinde Eggstätt in einer Bürgerbefragung, dass der Kindergarten im Mühlenweg gebaut werden soll. „Die Architektenleistungen wurden vom Gemeinderat im Oktober bereits an das erfahrene Büro Püschel Architekten aus Prien vergeben“, sagt Glas. Nun sei die Verwaltung in der Feinplanung. Dazu soll auch eine Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten, Fachleuten, pädagogisches Personal und Eltern ins Leben gerufen werden.

Sanierung der
Grundschule ist fertig

Im Laufe des vergangenen Jahres wurde die energetische Sanierung der Grundschule abgeschlossen. Darunter fiel der Austausch der Fenster sowie ein neues Be- und Entlüftungssystem.

In der Grundschule und in der Gemeindeverwaltung wurde die Digitalisierung vorangetrieben. Im Rathaus hieß das konkret: elektronischer Rechnungseingang, die Digitalisierung des Sitzungsdienstes und der Ausbau des Bürgerserviceportals. „Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig der barrierefreie, digitale Zugang zum Rathaus ist“, betont Glas.

2022 wird Eggstätt außerdem in einem neuen Licht erstrahlen. 71 Laternen im Gemeindebereich werden auf eine LED-Beleuchtung umgestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 24000 Euro und werden mit rund 5000 Euro gefördert. Ebenfalls sollen die Gehwege entlang der Priener Straße instandgesetzt werden. Glas versichert, dass die entsprechenden Mittel in dem Hauhalt 2022 mit aufgenommen werden.

Für das Jahr wünscht sich Glas vor allem, „für unsere Vereine und damit für die gesamte Ortsgemeinschaft wieder Möglichkeiten des Zusammenkommens und Zusammenseins“. Glas hofft, dass Dorffeste sowie die Ausstellung zum 100. Geburtstag der Eggstätter Künstlerin Christine Stadler stattfinden können.

Aus- und Rückblick:

Was hat die Gemeinden im Landkreis Rosenheim im vergangenen Jahr beschäftigt? Was kommt im Jahr 2022 auf sie zu? Die OVB-Heimatzeitungen haben bei den regionalen Bürgermeistern angefragt, um den Lesern einen Rück- und Ausblick zu geben.

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