Raubling/Bad Feilnbach – Die Gemeinden Bad Feilnbach und Raubling waren am Sonntag von einem Stromausfall betroffen. Alles hatte mit einem technischen Defekt am Vormittag in Pfraundorf, im Gemeindebereich Raubling, begonnen, der am späten Nachmittag zwei weitere Stromausfälle nach sich zog. Zeitweise waren schätzungsweise bis zu 5000 Haushalte ohne Strom.
Erster Ausfall
bereits am Morgen
„Die erste Störung wurde am Sonntag um 8.05 Uhr in Pfraundorf registriert“, sagt Christian Martens von der Bayernwerk Netz GmbH. Dort gab es eine technische Störung an einem Trafo im Bereich Breiteich. Die technische Störung sei erkannt, lokalisiert und der Stromkreislauf daraufhin so geschaltet worden, dass der Fehlerpunkt umgangen werden konnte, erklärt Martens das Vorgehen des Bayernwerks Netz. Um 9.30 Uhr lag wieder eine Vollversorgung vor. Von dem Ausfall am Vormittag waren rund 400 Haushalte betroffen.
Am Sonntagnachmittag kam es dann zu sogenannten Folgefehlern. Denn das Umgehen des Fehlerpunktes in Pfraundorf hat zur Folge, dass die anderen Netzabschnitte höher belastet werden. Infolgedessen traten um 15.09 Uhr in der Kufsteiner Straße in Raubling und Am Heilholz in Bad Feilnbach zwei Kabelfehler auf. „Die zeitliche Verzögerung ist nicht ungewöhnlich“, erklärt Martens die Defekte. Sie stehen aber klar im Zusammenhang mit dem Stromausfall am Morgen.
In Bad Feilnbach war um 17.14 Uhr auch der letzte Haushalt wieder mit Strom versorgt, in Raubling dauerte der Stromausfall in manchen Ortsteilen bis 19.21 Uhr an. Mertens schätzt, dass von diesen Stromausfällen bis zu 5000 Haushalten betroffen waren.
„Bayernwerk Netz kümmert sich jetzt zeitnah um die Behebung des Defekts“, versichert Martens. Dazu werde der genaue Kabelabschnitt lokalisiert und ausgetauscht. In Zuge dessen wird es voraussichtlich zu Erdarbeiten kommen. Zu weiteren Stromausfällen sollte es aber nicht kommen, so der Pressesprecher.
„Es war schon ärgerlich, für drei Stunden keinen Strom zu haben“, sagt Olaf Kalsperger, der Bürgermeister von Raubling. Dass mal für eine viertel Stunde der Strom ausfalle, kenne man, „aber das am Sonntag, das war schon eine lange Zeit“. Kalsperger war vor allem um seine Bürger besorgt, die vielleicht den Grund für den Stromausfall nicht wussten und Angst bekommen könnten. „Da ist es dann schon eine Erleichterung, wenn das Licht wieder angeht“, so der Bürgermeister. Als Vorsichtsmaßnahme war das Feuerwehrgerätehaus Raubling mit zwei Mann besetzt, sagt Alain Ullmann, stellvertretender Kommandant der Raublinger Feuerwehr. „Hilfe benötigte aber keiner.“ Folgen für den Betrieb im Rathaus hatte der Stromausfall von Sonntag nicht. „Wir haben Glück gehabt, dass der Stromausfall nicht zu normalen Öffnungszeiten war“, sagt Kalsperger.
Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner sieht das wie sein Amtskollege. Auch er habe den Stormausfall mitbekommen. „Viele Bürger haben den Stromausfall für einen Spaziergang genutzt“, sagt Wallner und bedankt sich bei der Bayernwerk Netz GmbH für das schnelle Handeln.
Pensionsgäste
zeigen Verständnis
Silvio Hohendorf führt zusammen mit seiner Frau das Gästehaus Enzian in Kirchdorf. Er und seine Gäste saßen rund zwei Stunden im Dunkeln. „Ich bin durch das Haus gegangen und habe Kerzen verteilt“, sagt Hohendorf. Seine Gäste hätten verständnisvoll reagiert. „Ein größeres Problem war die fehlende Internetverbindung“, so der Vermieter der Gästezimmer. Am Nachmittag habe er noch zwei Rechnungen schreiben und Gästeanfragen bearbeiten wollen. Das sei nicht möglich gewesen. Die Bürgermeister und der Touristiker waren sich in einem einig: Ein solcher Ausfall zeige ganz deutlich, für wie viele alltägliche Dinge Strom benötigt wird.