Kiefersfelden – Im Alter von 79 Jahren starb nach schwerer Krankheit Otto Knoll. Der gebürtige Brannenburger war nicht nur der ruhende Mittelpunkt seiner Familie, sondern auch eine starke Persönlichkeit in Beruf und Sport. Nach Volksschule, Berufsschule und seinem Maschinenbaustudium war Knoll bis zu seinem Renteneintritt bei Beton Bernrieder zuständig für die Herstellung und den Vertrieb von Fertiggaragen.
Im Jahre 1970 heiratete er seine Solweig. Zwei Kinder und drei Enkel waren sein ganzer Stolz und diesen galt seine liebevolle Fürsorge.
Seine Leidenschaft galt aber auch dem Radsport. Der Ehrenvorsitzende des Bayerischen Radsportverbandes war international bekannt, in Bayern und in Rosenheim eine Ikone. Das Leben von Otto Knoll ist voll von Erfahrungen im Radrennsport.
Nachdem er 1961 dem Radsportverein RSV Rosenheim beitrat, bestritt er in seiner aktiven Rennlaufbahn bis 1969 etwa 190 Rennen, viele davon mit Stockerlplatzierungen.
Bald aber galt seine Leidenschaft seinem Rosenheimer Verein als Funktionär, wo er bereits ab 1963 viele Aufgaben übernahm, wie Sportwart, Trainer, Pressewart, Sport- und Übungsleiter bis hin zum Zweiten Vorsitzenden. Der bayerische Radsport wurde sehr schnell auf diese außerordentliche und immer herzliche Persönlichkeit aufmerksam.
1969 wurde Knoll in den Bayerischen Radsportverband als Kampfrichter, Kommissär, Straßenfachwart und in den Rechtsausschuss berufen.
Er wirkte bei rund 2400 Radrennsportveranstaltungen mit, vor allem war er bis 2019 bei 41 deutschen Meisterschaften vertreten. Höhepunkte seiner sportlichen Laufbahn waren aber sicher die Olympischen Spiele in München 1972 als Kampfrichter, die 50 Rad-Welt-Cups in St. Johann/Tirol, die 100 bayerischen Meisterschaften und die 33 internationalen Bayern-Rundfahrten, wo er als hochgeschätzter Funktionär sein Wissen einsetzte.
Wann immer es möglich war, wurde er von seiner Familie zu den vielen Rennveranstaltungen begleitet.
Für seine Verdienste erhielt Knoll zahlreiche Ehrungen wie goldene und silberne Ehrennadeln des Bunds Deutscher Radfahrer, des Bayerischen Radsportverbands, des RSV Rosenheim und der Stadt Rosenheim. Zudem wurde Knoll als Ehrenmitglied der Bundes-Ehrengilde mit Brillanten ausgezeichnet. kurt Franz