E-Carsharing ist beschlossen

von Redaktion

Finanzielles Risiko für Raubling ist gering – Das erste Jahr zahlt der Betreiber

Raubling – Aufs Gaspedal will die Gemeinde Raubling bei der E-Mobilität drücken. Die Rahmenbedingungen für einen dreijährigen Vertragsabschluss über ein E-Carsharing mit der INNergie GmbH Rosenheim wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung geschaffen.

Allerdings noch mit angezogener Handbremse, da sich der Start wegen den langen Lieferzeiten der dafür vorgesehenen zwei E-Autos bis zu einem Jahr hinziehen könnte (Stand heute).

Eingeladen zur Vorstellung des Konzepts E-Carsharing war zur Ratssitzung Stephanie Drzimalla. Die Mobilitätsmanagerin der INNergie GmbH Rosenheim sprach zunächst die Marktentwicklung der Elektroautos im Landkreis Rosenheim an. Sie hält die Verdreifachung der Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2025 für möglich.

Reservierung der Fahrzeuge per App

Die geplante Umsetzung des Konzepts sieht im Wesentlichen öffentlich zugängliche Stellplätze mit Ladeinfrastruktur in zentraler Lage, die Nutzung durch Mitarbeiter sowie Bürger, Touristen, Vereine, Gemeindeverwaltungen und Gewerbebetriebe vor. „Die Reservierung der Fahrzeuge soll im Voraus mittels App erfolgen,“ sagte Stephanie Drzimalla. Die reinen Elektrofahrzeuge werden an Ladesäulen, die nur mit Ökostrom aus europäischer Wasserkraft gespeist werden, aufgeladen.

Erster Bürgermeister Olaf Kalsperger (CSU) sieht die Möglichkeit zur Einführung der E-Mobilität äußerst positiv. Logischerweise gab es aus dem Ratsgremium einige Detailfragen zu diesem Thema. So wollte beispielsweise Sepp Aschenwald senior (CSU) wissen, wer für die Reinigung des E-Autos zuständig wäre, wenn mehrere Personen gefahren sind, da man ja auch mit einer möglichen Corona-Infektion rechnen müsse. „Generell gibt es für die wöchentliche Reinigung einen ,Kümmerer‘, sprich einen noch auszusuchenden Autohändler, zusätzlich werden Desinfektionsmittel im Auto bereitgehalten“, erläuterte Drzimalla.

Klaus Artmann (Freie Wähler) findet das Konzept grundsätzlich gut, „zum Probieren bin ich dabei, denn im ersten Jahr gäbe es keinen Geschädigten, sondern mögliche Werbezwecke.“ Walter Mini (Bündnis 90/ Die Grünen) fragte nach dem Stellplatz und der Reichweite der Autos. Die Antwort lautete vor dem Rathaus an der Bahnhofstraße und rund 300 Kilometer Reichweite. Die Ladekarte kann man an den INNergie- und Shell-Ladestationen verwenden, lautete die Antwort auf Peter Margrafs (Bündnis 90/Die Grünen) Anfrage, ob die Ladekarte für jede Ladestation gültig sei. Monika Marx (Freie Wähler) ist der Ansicht, dass der abgebende Fahrer verbindlich das Fahrzeug an der Ladestation anstecken müsse, damit das Auto für den Nächsten wieder genügend geladen sei. „Ich halte das Risiko für das Konzept sehr gering, wir sollten es einfach probieren.“

Thomas Fischbacher (CSU) wollte wissen, ob die Gemeinde die Kosten für die Benutzung anpassen könnte, falls sie nicht kostendeckend seien. Dem widersprach Drzimballa, weil die Kosten nur die INNergie vorgibt und im ersten Jahr auch ein eventuelles Defizit tragen würde.

Die Kosten beschäftigten auch Andreas Bauer (CSU), nachdem er das Risiko wissen wollte, wenn es nicht läuft. Laut der Moderatorin handelt es sich bei diesem Konzept um ein All-Inklusive-Paket vom Betreiber der INNergie GmbH Rosenheim. Die Gemeinde als Vertragspartner hätte für die Bereitstellung der Parkplätze, die Unterstützung der Akquise von Ankerkunden zu sorgen und gegebenenfalls die Fahrzeuge auch durch eigene Mitarbeiter zu nutzen. Im ersten Jahr entstehen der Gemeinde keine Kosten, den Anteil übernimmt die INNergie. „Ab dem zweiten Jahr müsste man bei nicht tragbaren Kosten für die INNergie über den Differenzbetrag diskutieren“, so Drzimalla.

Gemeinderat stimmt
für Vertragsabschluss

Der Nutzer würde rein nur für die Nutzung zahlen, die in Stunden-, Tages- und Übernachttarifen gestaffelt sind. Die Abstimmung brachte ein Ergebnis von 22:1 Stimmen, Gegenstimme kam von (Andreas Bauer, CSU) für den Vertragsabschluss.

In Auftrag gegeben wurden in der Kompaktklasse ein VW ID3 und in der Oberklasse ein E-Vito. „Nach aktueller Rückfrage beim Volkswagenkonzern wurde mir eine Lieferzeit von derzeit einem Jahr genannt“, so Stephanie Drzimalla gegenüber der OVB-Heimatzeitung.

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