Machbarkeitsstudie für Unterführung

von Redaktion

Gefahrenstelle zwischen Rohrdorf und Thansau soll nach 35 Jahren entschärft werden

Rohrdorf – Erstmals seit Jahren scheint in Sachen Rohrdorfer Autobahnunterführung Land in Sicht zu sein. Es geht dabei um das Nadelöhr der Staatsstraße 2359 zwischen Rohrdorf und Thansau. Die Unterführung ist nicht für Fußgänger oder Fahrradfahrer ausgelegt. Es gibt nur einen „Gehweg“, der mit 70 Zentimeter Breite diesen Namen nicht ernsthaft verdient hat und eben auch nur auf einer Seite – und zwar in Fahrtrichtung Thansau.

Radfahrer wurde
schwer verletzt

Seit Jahrzehnten prangert die Gemeinde diese Gefahrenstelle an. Es sei, so brachte man bei buchstäblich allen nur in Frage kommenden Stellen vor, vom Landratsamt bis zur bayerischen Staatsregierung, nur eine Frage der Zeit, bis sich hier ein schwerer Unfall ereigne. Dies war tatsächlich Ende September vergangenen Jahres der Fall. Ein Fahrradfahrer, der die Unterführung passieren wollte, wurde von einem Auto angefahren. Er trug so schwere Verletzungen davon, dass er mit einem Hubschrauber abtransportiert werden musste.

Bürgermeister Hausstetter nahm den Unfall zum Anlass, um erneut einen Brief zu schreiben (wir berichteten). Die Adressaten: der damalige Verkehrsminister Andreas Scheuer, der Verkehrsausschuss des Bundestages, die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, das staatliche Bauamt und die Autobahn GmbH. In diesem wies er darauf hin, dass der Unfall vermeidbar gewesen wäre, wenn sie dem Drängen der Gemeinde, das seit 1967 aktenmäßig nachweisbar ist, Gehör geschenkt hätte.

Stattdessen werde die Verwaltung seit 1987, also seit 35 Jahren, immer wieder vertröstet mit immer dem gleichen Argument: Der sechsstreifige Ausbau der A8 stünde unmittelbar bevor, im Zuge der damit verbundenen Brückenerneuerung erledige sich die Engstelle dann quasi von selbst.

Diesmal aber fiel die Antwort anders aus als in den vergangenen Jahrzehnten.

Von Seiten der Autobahn GmbH des Bundes sei erstmals eingeräumt worden, so Bürgermeister Hausstetter auf der Gemeinderatssitzung, dass hier ein Problem vorliege: Das tatsächlich schnelles Handeln erfordere. Auch auf eine Abhilfemaßnahme habe man sich in ersten darauf hin stattfindenden Gesprächen bereits verständigen können, den Bau einer zweiten, parallelen Unterführungsröhre für Fahrradfahrer und Fußgänger. Die Gemeinde, so die Autobahn GmbH, solle sich um eine Machbarkeitsstudie bemühen, sobald eine solche mit positivem Ergebnis vorliege, könne es bereits an konkretere Planungen gehen. Thema in der vergangenen Gemeinderatssitzung war nun die Frage, ob eine solche Machbarkeitsstudie, deren Kosten bei rund 39000 Euro liegen, in Auftrag gegeben werden soll. Der Gemeinderat zeigte sich demgegenüber grundsätzlich positiv, einzelne hätten nur gerne noch mehr Sicherheit gehabt: Ob es nicht sinnvoll und möglich sei, von der Autobahn GmbH eine verbindliche Zusage, statt einer Absichtserklärung für den Fall einer positiv ausfallenden Machbarkeitsstudie zu erhalten, wollte zum Beispiel Sebastian Hauser (CSU) wissen. Die Mehrheit der Gemeinderäte war jedoch der Meinung, dass man die jetzt bestehende Bereitschaft der Autobahn GmbH so schnell wie möglich ausnützen müsse, so weit wie jetzt sei man in dieser Sache noch nie gewesen. Der Gemeinderat beschloss deshalb am Ende einstimmig die Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, wobei man bezüglich des Ergebnisses im Rat optimistisch ist: „Wir wissen“, sagte zum Beispiel Josef Höß (FW), „doch seit Jahren, dass das geht“. Läuft es jetzt so schnell, wie es in den vergangenen Jahren zäh verlief, könnte die Röhre für Fußgänger und Fahrradfahrer möglicherweise noch Ende nächsten Jahres vollendet sein. Auch wenn es sich dann doch noch bis ins übernächste Jahr ziehen sollte: Nach mittlerweile 35 Jahren vergebenen Bittens und Bettelns ist Rohrdorf jetzt auf bestem Weg, ein ganz entscheidendes Verkehrsproblem tatsächlich lösen zu können.

Hoffen auf ein
Zusammenwachsen

Eine Lösung, die, so sagte Bürgermeister Hausstetter auf der Ratssitzung, dann auch dazu beitragen wird, dass Thansau und Rohrdorf so zusammenwachsen werden, wie das bei zwei Teilen eines Orts eigentlich der Fall sein könnte und sollte.

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