Ein Leben für die Gemeinde

von Redaktion

Höslwangs Altbürgermeister Stefan Rieplhuber stirbt im Alter von 93 Jahren

Höslwang – Stefan Rieplhuber erblickte am 6. Oktober 1928 als zweitjüngstes von sieben Kindern das Licht der Welt. Aufgewachsen auf dem elterlichen Bauernhof in Unterhöslwang war es Rieplhuber nicht erlaubt, ein Studium zu beginnen.

So entschied sich der junge Mann, eine Lehre bei der Raiffeisenbank in Neubeuern zu absolvieren. Später kehrte Rieplhuber nach Höslwang zurück und war dort für die heutige Raiffeisenbank Griesstätt-Halfing eG tätig. Allein 17 Jahre hatte er bei der Bank die Position eines Vorstandsmitglieds inne.

Heimatverbunden wie Rieplhuber war, engagierte er sich in vielen Vereinen Höslwangs. Sei es beim Bergler Kirtaverein, dem Burschenverein und dem Schützenverein. Aber auch dem Veteranenverein, dem Gartenbauverein, der Wasserwacht oder den 13 Höslwangern galt sein Interesse.

Ein wichtiges Anliegen war Stefan Rieplhuber der Erhalt des Kampenwandkreuzes, das Ende der 40er-Jahre von Höslwangern, Pittenhartern und Aschauern zum Gedenken an die Chiemgauer Opfer der beiden Weltkriege aufgestellt wurde, und der Steinling-Kapelle, die 1976 geweiht wurde. Zusammen mit den Höslwangern Josef Hell, genannt Schmied Sepp, und dem Schreinermeister Franz Schaffner war Rieplhuber einer der Helfer, die gemeinsam das Gipfelkreuz errichteten. Doch nicht nur das soziale Miteinander war ihm wichtig, auch gesellschaftspolitisch setzte sich der beherzte Höslwanger stets sehr rege ein.

So trat Rieplhuber im Alter von knapp 30 Jahren der CSU bei und wurde 1972 zum Bürgermeister der Gemeinde Höslwang gewählt.

24 Jahre lang prägte Rieplhuber als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde. In seine Amtszeit entfielen viele große Projekte. Zu nennen sind beispielsweise der Neubau der Südauffahrt auf Höslwang, die Kanalisierung und der Bau der gemeindeeigenen Kläranlage, die später aufgelassen wurde, und die Einrichtung des gemeindlichen Kindergartens im ehemaligen Schwesternheim.

Kurz vor dem Ende seiner 24-jährigen Amtszeit als Bürgermeister kaufte die Gemeinde das stillgelegte Lagerhaus und baute es zum Rathaus um.

Schon Anfang der 70er-Jahre machte sich Stefan Rieplhuber stark dafür, dass Höslwang nicht der jetzigen Marktgemeinde Bad Endorf eingegliedert wird, sondern selbstständig bleiben darf. Rieplhubers Bestreben mündete schließlich in die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft mit Halfing und Schonstett, deren stellvertretender Vorsitzender er von 1978 bis 1996 war.

Ein weiteres Streben Rieplhubers galt einer guten Wasserversorgung. Schon kurz nach seinem Amtsantritt wurde die Wasserversorgung der Gruppe Harpfing gegründet, deren Geschicke er erst als Mitglied und später dann als Verbandsrat leitete.

So nahm es nicht Wunder, dass er später von seiner Heimatgemeinde Höslwang zum Altbürgermeister, Ehrenbürger sowie Ehrenvorsitzenden der CSU Höslwang ernannt wurde.

Dem engagierten Politiker Rieplhuber ging Familie über alles. 1956 heiratete er seine Rita, zusammen zog das Paar sechs Kinder groß. Zehn Enkel und eine Urenkelin vergrößerten das Familienglück.

Das Reisen, auch in ferne Länder, war eine seiner Leidenschaften, und er ließ es sich auch nicht nehmen, Ausflüge für Vereine zu organisieren. Das Lesen der OVB-Heimatzeitungen war für ihn tägliches Vergnügen.

Sein größtes Hobby aber war das Radfahren, nicht nur im Ort, sondern auch in der näheren und weiteren Umgebung erkundete er viele Fahrradwege.

Noch im hohen Alter stieg Stefan Rieplhuber auf sein Rad, um den Chiemsee zu umrunden. Nun ist der Altbürgermeister und Ehrenbürger im Alter von 93 Jahren verstorben.

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