Wo ist Nahwärmeversorgung möglich

von Redaktion

Studie im Gemeinderat vorgestellt – Umsetzung nur mit externem Partner machbar

Aschau – Die Gemeinde Aschau will die Nahwärmeversorgung im Oberen Priental vorantreiben. Seit einer Wärmebedarfsermittlung durch die FH Kufstein 2014 bestehen erste Pläne, wie die Gemeinde versorgt werden könnte und welche Energieträger dazu geeignet wären. Das Fachbüro ingKESS aus Prien erstellte nun eine Machbarkeitsstudie und präsentierte sie dem Gemeinderat. Die Ergebnisse dienen als qualifizierte Grundlage für die Kontaktaufnahme zu möglichen Betreibern. Von vorne herein war klar, dass eine flächendeckende Versorgung aller Ortsteile und Weiler nicht möglich ist. Die Studie beschränkte sich deshalb auf die Siedlungsschwerpunkte.

Standort für
Heizwerk geprüft

Nach einer ersten Überprüfung der drei Teilgebiete Am Hofbichl / Am Beerweiher in Hohenaschau, dem Sportplatzareal und Sachrang wurden mit Weidachwies und Niederaschau zwei weitere Gebiete geprüft. Christopher Weisser vom Fachbüro ingKESS stellte dem Gremium das Ergebnis aller Überprüfungen in einem ausführlichen Gutachten vor.

Ermittelt wurde dabei ausgehend von der Wärmebedarfsermittlung ein Konzept für mehrere dezentrale Versorgungen durch Heizwerke und das dazugehörige Wärmenetz.

Nach einer ersten Einteilung des Gemeindegebietes wurden der mögliche Standort eines Heizwerks und der Leitungsverlauf in den ausgewählten fünf Teilgebieten geprüft.

Nach der Feststellung der Investitionskosten und einer Wirtschaftlichkeitsberechnung stellte sich heraus, dass die beiden Wärmenetze Niederaschau und Weidachwies unter idealen Rahmenbedingungen wirtschaftlich darstellbar wären.

Eine Netzerweiterung des bestehenden Gebietes Hofbichl, das bereits durch einen privaten Anbieter versorgt wird, kann unter den aktuellen Bedingungen nicht wirtschaftlich betrieben werden. Das vorhandene Heizwerk ist derzeit mit zwei Dritteln seiner Leistung ausgelastet. Im Bereich Hofbichl haben sich zwar Anschlussinteressenten gemeldet, ein zusätzlicher Anschluss-Strang ist aktuell aus wirtschaftlichen und vertragsbedingten Gründen nicht geplant.

Der gemeindliche Bauhof ist für einen Anschluss ungeeignet, da keine Heizungshydraulik vorhanden ist. Bereits vertraglich fixierte Rahmenbedingungen geben im Bereich Hofbichl aktuell keinen großen Spielraum für einen kostendeckenden Betrieb.

Auch der Aufbau eines Netzes am Sportplatzareal an der Schützenstraße und in Sachrang ließe sich aktuell nicht verwirklichen. So blieben von den überprüften Gebieten lediglich zwei Bereiche übrig: Niederaschau und Weidachwies.

Veronika Lang (BBA) erklärte, dass mit dem Gutachten dem Aschauer Gemeinderat jetzt Empfehlungen vorliegen, die es weiter zu verfolgen gelte und an die man sich halten solle. Dabei solle man die Finger von Gebieten weglassen, die sich offensichtlich nicht für eine Wärmeversorgung eigneten. Monika Schmid (FWG) wies darauf hin, dass die Gemeinde mit dem Bau von zentralen Wärmeversorgungen in die Zukunft investiere. Die derzeitigen Kriterien über Finanzierbarkeit und Wirtschaftlichkeit könnten in zehn bis 15 Jahren überholt sein. Das Gutachten weise den Weg in die richtige Richtung.

Professor Dr. Edda Weimann (Grüne) wies darauf hin, dass für das Prädikat „Luftkurort“ auf eine Reduzierung der Feinstaubbelastung durch Holzöfen geachtet werden solle. Ein Heizwerk verfüge im Gegensatz zu diesen Öfen über Feinstaubfilter.

Gemeinde fehlt
Geld zur Umsetzung

Bürgermeister Simon Frank (Zukunft für Aschau) erklärte, dass die Gemeinde Aschau bei keinem der vorgestellten Projekte als Investor oder gar als Betreiber auftreten werde. Die Kommune könne das auf keinen Fall im Alleingang stemmen. Dazu fehlten der Gemeinde Aschau die Haushaltsmittel und auch das notwendige technische Know-how. Man werde das also den entsprechenden Fachbetrieben und ihren Fachleuten überlassen. Grundsätzlich solle das Thema in der gesamten Gemeinde Aschau jedoch im Hinblick auf Umwelt und Klima weiter betrachtet und gestaltet werden.

Nachdem der Gemeinde nun ein Gutachten als Grundlage vorliegt, werden die Bürgermeister und die Gemeindeverwaltung nun weitergehende Gespräche mit potenziellen Partnern über die Errichtung, den Betrieb, die Verwaltung sowie die technische Betreuung und Instandhaltung führen. Ein Beschluss wurde nicht gefällt.

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