Hans Elgering stirbt im Alter von 87 Jahren

von Redaktion

Gemeinde-Chronist ist der erste Träger der Schechener Bürgermedaille

Schechen – Der Hobby-Chronist der Gemeinde Schechen ist tot. Hans Elgering, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er ist der Grund, warum in Schechen Bürgermedaillen vergeben werden.

Hans Elgering kannte die Geschichte der Gemeinde gut. Er hat sich jahrelang mit ihr beschäftigt. Elgering trug Unmengen an historischen Dokumente über den Ort zusammen. Dafür war er auf vielen Speichern unterwegs, in dem des Rathauses, der alten Schule und sogar der Pfarrei.

Schechens Altbürgermeister Hans Holzmeier erinnert sich. „Er hat unzählige Stunden damit verbracht“, sagt Holzmeier. „Elgering war sehr fleißig und umtriebig.“ Elgering sichtete das Material, fasste es zusammen und bereitete es auf. Er suchte Bilder und schrieb Texte. Und dann, nachdem er fertig war, ließ er Bände damit drucken. Über die Kirche, das Rathaus, die Schule und über Kapellen.

„Er war kein studierter Historiker, sondern Kaufmann. Aber er war sehr interessiert und engagiert“, sagt der Altbürgermeister. Durch Elgering bekam die Gemeinde eine Art inoffizielle Dorfchronik. „Wir waren froh, dass er die Geschichte für die Nachwelt gesichert hat.“

Schechen wurde erst Anfang der Siebziger zu Elgerings Heimat. Geboren wurde er 1934 in Düsseldorf. Mit seiner Frau zog er 1972 nach Schechen, da er Geschäftsführer der damaligen Konsumgenossenschaft Rosenheim-Freilassing wurde. Bekannt war er für seinen typisch-rheinischen Humor – selbstbewusst, trocken und schelmisch. „Er hat mit seiner Herkunft auch gern kokettiert“, erzählt Holzmeier. „Dann hat er immer gesagt: ‚I bin a Preiß in Schechen.‘“

Seinen Geburtsort hat er aber nie vermisst, berichtet seine Tochter Susanne Hollmann. Ihr Vater liebte die bayerische Geschichte, die Musik und die Kultur. Er war im Trachtenverein und ging gern in die Berge, hatte dort sogar eine kleine Hütte. „Die Fremdsprache, das Bayerische, hat er nie gelernt. Aber er war hier voll integriert“, sagt Tochter Susanne. Ihr Lächeln ist durch das Telefon zu spüren. Was ihren Vater auch auszeichnete, war die „unglaubliche Liebe“ zu seiner Frau Lilo. „Das habe ich noch bei keinem anderen Paar erlebt. Er hat keinen Schritt ohne meine Mutter getan“, berichtet sie.

Rund 20 Jahren schrieb Elgering als freier Mitarbeiter auch für die OVB-Heimatzeitungen. Besonders die Kommunalpolitik interessierte ihn, aber auch die Vereine lagen ihm am Herzen.

„Die Schreiberei hat mir unglaublich viel Spaß gemacht“, sagte Elgering einmal.

Er war jemand, der im Dorfleben völlig aufging. „Bei allem, was in der Gemeinde los war, war der Elgering dabei“, so Holzmeier. Seine Frau und er waren Mitbegründer der Nachbarschaftshilfe Schechen.

Für sein Engagement hat die Gemeinde ihn belohnt. 2004 verlieh ihm Holzmeier die Bürgermedaille von Schechen. Eine Auszeichnung, die zu seinen Ehren ins Leben gerufen wurde. „Das hat ihn damals sehr gefreut.“

Alexandra Schöne

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