Oberaudorf/Niederaudorf – „Das ganze Dorf ist stolz auf dich“ , begeisterte sich Bürgermeister Dr. Matthias Bernhardt, „der Gemeinderat hat sogar seine Klausur unterbrochen, als deine Sprünge per Live-Übertragung zu sehen waren.“
Mit diesen Worten dankte das Gemeindeoberhaupt dem jungen Sportler und erfolgreichen Olympia-Skispringer Constantin Schmid beim kleinen Empfang vor seinem Elternhaus „Hotel Alpenhof“ in Niederaudorf, umrahmt von einer kleinen Audorfer Musikantenabordnung. Denn nur wenige Gäste waren eingeladen und alles fand im Freien und mit strikter Maskenpflicht statt. Vater Josef Schmid erklärte: „Er darf sich auf keinen Fall mit Corona anstecken. In wenigen Tagen steht der Weltcup an.“
Gute Nerven bei
schwierigem Wind
Der wirklich große Empfang wird erst nach der Wintersaison veranstaltet, denn schließlich hat der Audorfer Skispringer bei der Olympiade in Beijing Großes geleistet. Constantin Schmid erreichte mit Rang elf die beste Platzierung der deutschen Mannschaft. Vor allem aber: Als jüngster DSV-Adler bewies Skispringer Constantin Schmid als Startspringer im Team und bei schwierigen Windverhältnissen Nerven und war maßgeblich am Gewinn der Bronzemedaille beteiligt. Constantin Schmid bewies damit, dass er ein verlässlicher Springer und ein Rückhalt für der Mannschaft ist.
Und das, obwohl er als 22-Jähriger der mit Abstand Jüngste im Team der DSV-Adler ist. „Unser Küken“, nennt ihn daher scherzhaft, aber auch respektvoll der acht Jahre ältere Markus Eisenbichler.
Dass Mutter Theresa und Vater Josef stolz auf ihren Sohn Constantin sind, zeigte sich beim kleinen Empfang, aber besonders die Worte seines „kleinen“ Bruders Emanuel brachten es auf den Punkt: „Für mich ist Constantin ein Vorbild und seine Leistungen mein Ziel.“ Er ist ebenfalls Skispringer und läuft derzeit auf Krücken. Er hat sich beim Joggen, verletzt – nicht beim Springen.
Constantins Freundin Sarah Krinninger, die von ihrem Freund gleich den Blumenstrauß des Bürgermeisters charmant weitergereicht bekam, ist vor allem froh, ihren Skispringer wieder gesund bei sich zu haben: „Ab und zu ist mir schon mulmig, wenn er springt. Aber er hat mir versprochen, dass er immer stabil fliegt.“
Constantin Schmid ist Mitglied des WSV Oberaudorf und im Verein und der Gemeinde stark verwurzelt. So hatte das WSV-Vorstandsmitglied Stefan Hirnböck zusammen mit Constantins langjährigem Trainer Sepp Heumann ein großes Plakat dabei, das „ihren“ Skispringer bereits als olympischen Bronzemedaillenträger zeigt. Sie sind nicht nur stolz auf ihn, sondern haben auch eine Hoffnung und einen Appell: „Wir brauchen Nachwuchs. Kinder, lasst euch vom Constantin motivieren und kommt zu uns.“
Bürgermeistersohn
übergibt die Urkunde
Einer ließ sich auf jeden Fall schon begeistern, der neunjährige Felix, Sohn des Bürgermeisters. Er zeichnete spontan den Constantin bei seinem Siegessprung. Papa erhielt den Auftrag, die „Urkunde“ beim kleinen Empfang persönlich zu übergeben, was natürlich erfolgte. Constantin Schmid fand hierfür dieselben Worte wie bei seiner Bronze-Auszeichnung: „Echt cool!“