Obing – Das ist eine Nachricht, die gute Laune und Hoffnung auf Normalität verbreitet: Zwei Obinger Vereine trauen sich. Die Feuerwehr und die Schützengesellschaft feiern mit gemeinsamen Festwochen vom 23. Juni bis 4. Juli jeweils ihr 150-jähriges Vereinsjubiläum. Dafür wird in Obing eines der ersten Bierzelte seit Pandemiestart aufgebaut.
„O’zapft is“ – die Nachricht von Bürgermeister Sepp Huber war pandemiebedingt schon länger nicht mehr zu hören. Dementsprechend groß war die Freude der Vertreter der beiden Festvereine und der Brauerei Stein, als kürzlich die frohe Botschaft des Gemeindeoberhaupts zu vernehmen war.
Bürgermeister ist etwas aus der Übung
Bei der Besichtigung des Festplatzes an der Honauer Straße in Obing gab es nämlich schon mal einen Probelauf des bekannten Rituals. Die Aussicht auf die bevorstehenden Vereinsfeste mit Bierzelt und attraktivem Veranstaltungsprogramm sorgten nach der langen Durststrecke ohnehin für beste Stimmung der Anwesenden, die vergnügt verfolgten, dass der Schirmherr scheinbar ein bisschen aus der Übung war und ein paar Schläge mehr als gewohnt brauchte, ehe die erste Mass gezapft werden konnte.
Festwirt Franz Reiter hatte passenderweise eine Brotzeit miteingepackt, und so wurde der Auftakt der Festwochen zum gemütlichen Beisammensein. „In Obing wird in der Region eines der ersten Bierzelte seit zwei Jahren aufgestellt und Stand heute finden die Obinger Festwochen statt“, teilte der Vorsitzende der Feuerwehr, Simon Frank, freudig mit. Mitte Oktober habe sich der Festausschuss aus Feuerwehr und Schützen dafür entschieden, weiter zu planen. „Das war quasi unsere endgültige Entscheidung.“
Die Ungewissheit sei natürlich ein ständiger Begleiter. Aber die Vereine hätten versucht, alles so zu planen, dass ein möglichst geringes Risiko bleibe. Das sei aber auch nur möglich, weil alle Beteiligten großes Entgegenkommen im Falle einer pandemiebedingten Stornierung gezeigt hätten. Das bedeute aber auch einige Abstriche im Vergleich zu Bierzelten vor Corona. Ein Beispiel dafür sei die Umsetzung eines aufwendigen Barkonzepts und die Einhaltung zahlreicher Auflagen. Grundsätzlich seien die Festvereine aber zuversichtlich, dass endlich wieder gesellschaftliches Miteinander und Veranstaltungen in größerem Stil möglich würden.
„Dann müssen
wir eben absagen“
„Im schlimmsten Fall, wenn die Behörden aufgrund Corona die Durchführung unserer Festwochen untersagen oder mit erheblichen Auflagen belegen, müssen wir eben absagen“, betont Simon Frank. Nun seien die Weichen gestellt und die Vorfreude groß. Der Standort auf einer Wiese von Mathias Posch, der sich bereits bei den Festwochen von Burschen- und Musikverein 2017 bewährt hat, ist gesichert, das Festprogramm steht und das Zelt für 2500 Besucher ist reserviert. Auch die Brauerei steht in den Startlöchern. „Wir freuen uns auf die Obinger Festwochen und haben 100 Hektoliter Festmärzen auf jeden Fall schon einmal eingeplant“, sagt Braumeister und Geschäftsführer Markus Milkreiter.