Haushalt bei 35,3 Millionen Euro

von Redaktion

Gemeinderat Raubling bezeichnet Zahlenwerk als „vernünftig und realistisch“

Raubling – Einstimmig verabschiedete der Raublinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Haushalt für das Jahr 2022 mit einem Gesamtvolumen von 35,3 Millionen Euro. Gegenüber der Vorjahresplanung ist dieser um rund 4,9 Millionen Euro höher. Dabei entfallen auf den Verwaltungshaushalt 26,3 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt knapp neun Millionen Euro.

Der Haushalt 2022 steht trotz der unsicheren Aussichten aufgrund der Pandemie auf einem sicheren Fundament. „Dies konnte durch eine vorsichtige aber realistische Einschätzung der Einnahmen und eine vernünftige, sparsame Veranschlagung der Ausgaben erreicht werden“, erklärte Bürgermeister Olaf Kalsperger.

Gewerbesteuer:
Einnahmen sinken

Die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde ist die Beteiligung an der Einkommensteuer, die mit voraussichtlich 8,3 Millionen Euro gut ein Drittel des Verwaltungshaushalts bestreiten wird. Nach dem Gewerbesteuerrekordergebnis 2021 mit 10,6 Millionen Euro erwartet der Kämmerer dieses Jahr nicht ganz so hohe Einnahmen.

„Nimmt man die derzeitige Sollstellung und zieht man die Erfahrungen der letzten Jahre heran, so erscheint 2022 ein Haushaltsansatz in Höhe von acht Millionen Euro durchaus gerechtfertigt“, erklärte Kämmerer Stefan Gschwendtberger. Die Steuerhebesätze für Grund- und Gewerbesteuer bleiben auch 2022 unverändert. Die Steuerkraftzahl für das Jahr 2022, die sich zeitversetzt um zwei Jahre aus den guten Ergebnissen des Jahres 2020 errechnet, liegt bei 16,7 Millionen Euro. Sie ist auch Berechnungsgrundlage für die Kreisumlage an den Landkreis, die heuer 7,66 Millionen Euro ergibt.

Im Vermögenshaushalt sind zahlreiche Investitionen geplant. So steht die Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeugs für die Feuerwehr Raubling als Ersatzbeschaffung auf dem Programm. Die Gesamtkosten liegen bei rund bei 125000 Euro. 2022 ist noch ein Restbetrag von 58000 Euro fällig. An Zuschüssen erhält die Gemeinde dafür 15500 Euro. Außerdem wird künftig ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF20 den Fuhrpark der Feuerwehr Raubling ergänzen und das bestehende Löschfahrzeug LF16/12 ersetzt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 609000 Euro, wovon 272500 Euro im Jahr 2022 und 338000 Euro 2023 veranschlagt sind. Die Gemeinde erwartet einen Zuschuss von 119000 Euro.

Wie die Unwetterkatastrophen in Deutschland im vergangenen Jahr gezeigt haben, ist es wichtig, in bestimmten Situationen die Bevölkerung vor besonderen Gefahrenlagen zu warnen. Dazu ist ein modernes digitales Sirenennetz notwendig. Hierzu werden alle Vorbereitungen getroffen. Unter anderem ist dann ein Akkubetrieb der Sirenen möglich, wodurch die Bevölkerung im Katastrophenfall jederzeit gewarnt werden kann. Hierfür sind Kosten in Höhe von 76000 Euro eingeplant. An Zuschüssen werden 55000 Euro erwartet.

Des Weiteren sind im Haushalt 2022 Kosten für drei neue Brücken enthalten. Für die über die Kalten im Ortsteil Wasserwiesen ist ein Betrag in Höhe von 231000 Euro eingestellt. Die Brücke war laut Prüfung stark sanierungsbedürftig. Es musste deshalb eine Ersatzbrücke errichtet werden. Diese Maßnahme läuft bereits seit letztem Jahr.

Die Brücke am Kapellenweg über den Ammerbach beim Gymnasium wird ebenfalls erneuert. Die Maßnahme ist für die erste Jahreshälfte 2022 vorgesehen. Die Gesamtkosten hier belaufen sich auf 562000 Euro. Schließlich steht die Brücke über den Taigscheid-Wiesengraben auf der Agenda, die saniert werden muss. Die eingeplanten Kosten belaufen sich auf 576000 Euro. Größter Posten im Vermögenshaushalt 2022 mit knapp 2,1 Millionen ist eine Abwasserangelegenheit: der Bau der Abwasser-Verbundleitung nach Rosenheim. Die gesamte Maßnahme wird geplant für die Jahre 2022 bis 2024 und hat ein Gesamtvolumen von 8,4 Millionen Euro. Für den weiteren Ausbau der DSL-Versorgung (Glasfaserausbau) im Gemeindegebiet sind 2022 150000 Euro vorgesehen. Für die Glasfaserversorgung an allen Schulen sind insgesamt 290000 Euro vorgesehen. An Förderung rechnet die Gemeinde hier mit 150000 Euro. Auch im Rathaus soll durch den Einsatz von Glasfasertechnologie für ein schnelleres Netzwerk gesorgt werden. Dafür sind 39000 Euro eingeplant. Hier wird mit einer Förderung in Höhe von 31000 Euro gerechnet.

Sattes Sparschwein wird etwas leichter

Die Basis für die Finanzierung der geplanten Investitionen sind die Zuführung vom Verwaltungshaushalt mit 923500 Euro, die erwarteten Zuschüsse, eine geplante Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 3,9 Millionen Euro sowie eine Kreditaufnahme in Höhe von zwei Millionen Euro. Der Rücklagenstand betrug zu Beginn des Haushaltsjahres rund 13 Millionen Euro. Der Schuldenstand im Gemeindehaushalt lag zum Jahresende 2021 bei knapp 4,8 Millionen Euro.

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