Ist der Einsatz von einem Ratsinformationssystem sinnvoll?

von Redaktion

Verwaltungsgemeinschaft Halfing diskutiert über Für und Wider des elektronischen Managements

Halfing – Josef Bichler (CSU Schonstett) stellte in der jüngsten Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Halfing die Frage, ob sich die Teilnehmergemeinden der VG Halfing die Einführung eines Ratsinformationssystems (RIS) vorstellen könnten.

„Das haben wir im Auge“, antwortete Halfings Bürgermeisterin und VG-Vorsitzende Regina Braun (CSU). Die Einrichtung sei nicht einfach. Wenn, dann müssten alle drei Teilnehmergemeinden der VG mitmachen. Geschäftsleiter Marco Binder ging noch weiter: „Wie weit wollen wir das betreiben?“ Ein RIS bedeute auch eine Umstellung der Arbeit im Rathaus. Dafür seien Schulungen und natürlich auch eine Abstimmung nötig.

Braun regte an, in Nachbargemeinden einen Erfahrungsbericht einzuholen. Sepp Hofer (FW Halfing) sagte, er könne bei der nächsten Sitzung auf seinem Laptop das RIS auf Bezirks- und Kreisebene vorführen, wandte aber ein: „Wir sind nicht Bad Endorf oder Amerang. Ich persönlich finde, dass es ein RIS für eine kleine Gemeinde nicht unbedingt braucht.“ Er sehe da „keinen Kosten-Nutzen für unsere Gemeinde.“ Konrad Aicher (HWV Halfing) sah das ähnlich, eine Einführung des RIS für kleine Gemeinden sei nicht einfach.

Bürgermeisterin Braun befand, dass das nur mit einer Aufstockung des Personals gehe, was teuer werde. „Amerang hat einen Kämmerer und einen Geschäftsführer für diese eine Gemeinde. Wir haben unseren Marco, der das alles in einer Person für unsere drei Gemeinden macht.“ Bichler wandte ein, dass die jüngere Generation durchaus einen Nutzen sehe. Georg Daxenberger (CSU/Parteifreie Höslwang) meinte, dass man keinesfalls Druck auf die Verwaltung ausüben wolle, aber äußerte auch Verständnis für die IT-Wünsche und Ansprüche.

Bürgermeister Paul Dirnecker (FW Schonstett) sagte: „Wir haben gutes Personal, da dreht keiner Däumchen.“ Josef Kink (CSU/Parteifreie Höslwang) war zwiegespalten: Das RIS „aktuell und gut gefüttert zu halten“, sei aufwendig, biete aber viele Vorteile. Bürgermeister Johann Murner (CSU/Parteifreie Höslwang) befand das Tagesgeschäft wichtiger als die Debatte um die Einführung eines RIS. Die Anfrage endete ohne formellen Beschluss.elk

Ratsinformationssystem (RIS)

Seit 1990 gibt es im deutschsprachigen Raum ein gutes Dutzend EDV-gestützte Informations- und Dokumentenmanagementsysteme für die Verwaltung von Gemeinden bis hin zu Stadtstaaten. Die sogenannten Ratsinformationssysteme (RIS) erfüllen Aufgaben, die die Arbeit der politischen Organe einer Gemeinde, also vor allem des Rates und der einzelnen Ausschüsse, erleichtern sollen und greifen dazu auch in die Abläufe der Verwaltung ein. Die Aufgaben eines RIS umfassen im Wesentlichen die folgenden Bereiche der politischen Arbeit einer Kommune: Sitzungsdienst mit all seinen Komponenten, Workflow in der Verwaltung und den Gremien, Bereitstellung von Informationen für den Rat und die Ausschüsse, Bereitstellung von Informationen für die Bürger der Gemeinde sowie die Überwachung von Beschlüssen und Erfolgen.elk

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