„Die Solidarität ist riesig“

von Redaktion

Gemeinderat Aschau bereitet sich auf ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine vor

Aschau – „Die Solidarität mit den Opfern des Krieges in der Ukraine und die Hilfsbereitschaft im Dorf ist riesig“, bedankte sich Bürgermeister Simon Frank bei der Aschauer Bevölkerung zu Beginn der Gemeinderatssitzung. Zum Gedenken an diese Opfer, die Gefallenen und die zahllosen Vertriebenen entzündete er eine große Kerze auf dem Ratstisch, alle Gemeinderäte erhoben sich zu einem stillen Gedenken. Simon Frank stimmte das Gremium auf die nächste Zukunft ein: „Riesengroße Herausforderungen werden auf die Kommune zukommen, aber wir gehen davon aus, dass wir auch das zufriedenstellend regeln können. Die bisherigen langjährigen Erfahrungen im Umgang mit Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und nach Aschau gekommen sind, werden uns weiterhelfen. Wir dürfen und werden den Mut zur Hilfe und Unterstützung nicht verlieren.“ Der Aschauer Helferkreis habe seit vielen Jahren gute Arbeit zur Integration der Menschen geleistet.

Besonders der Bildungs- und Betreuungsbedarf für die zahlreichen Kinder werde die Gemeinde in den Kindertagesstätten und in der Preysing-Grundschule vor große Herausforderungen stellen. Derzeit gebe es niemand, der Schulunterricht in ukrainischer Sprache erteilen könne. Die Vermittlung von Sprachkenntnissen an Kinder und Erwachsene habe daher erste Priorität.

Bisher seien verhältnismäßig wenig Vertriebene im Landkreis Rosenheim angekommen. Eine Verteilung der Kriegsflüchtlinge sei daher bisher noch nicht geschehen, verantwortlich für die Verteilung an die einzelnen Kommunen sei das Landratsamt. Bei einer Klausur der Bürgermeister wurden zunächst zwei Turnhallen in Prien und Bad Aibling für eine Erstunterbringung ausgewählt; die alte Aschauer Turnhalle sei bereits entkernt und zum Abbruch vorgesehen; sämtliche Versorgungsleitungen seien bereits gekappt, eine Unterbringung in einem Abbruchgebäude sei nicht mehr möglich. Daher könne die Gemeinde hier nicht mit der Bereitstellung der Halle als Zwischenquartier unterstützen.

Eine seriöse Vorhersage, wie viele Menschen – vor allem Frauen und Kinder – im Landkreis ankommen werden, sei nicht möglich, Schätzungen gehen von mindestens 1000 bis 2000 Kriegsflüchtlingen aus, wie weit diese Zahl überschritten werden wird, lasse sich nicht seriös vorhersagen. Das Landratsamt suche neben den Massenunterkünften für eine erste zeitlich begrenzte Aufnahme vor allem Privatwohnungen. Hier in abgeschlossenen Wohnungen sollten die Flüchtlinge zumindest einen Teil der Privatsphäre wiederfinden, die ihnen zusammen mit der Heimat geraubt wurde.

Professorin Dr. Edda Weimann (Grüne) fragte noch einmal explizit nach Flüchtlingszahlen und welche Belastungen auf die Gemeinde Aschau mittelfristig zukommen könnten, Bürgermeister Frank erklärte dazu, dass alle bisher genannten Zahlen reine Schätzungen und nicht belastbar seien. Derzeit seien nur die aktuellen Leerstände an Wohnungen an das Landratsamt zu melden, mögliche Containerstandplätze seien aktuell noch nicht vorgesehen.

Artikel 4 von 11