Weiterhin Nein zum Erdgas-Projekt

von Redaktion

Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine haben keine Auswirkungen für Halfing

Halfing – Trotz des Ukraine-Konflikts und drohenden Energieengpässen bleibt es beim Aus für das Halfinger Erdgas-Projekt. Das gab die Wintershall Dea auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen bekannt. Schon Ende Januar hatte die Wintershall DEA GmbH erklärt, dass sie „für die Aufsuchungserlaubnisse Grafing und Grafing Süd keine Verlängerung beantragen“ und eine Wiederinbetriebnahme der Erdgaslagerstätte nicht weiter verfolgen werden.

Krieg zeigt Abhängigkeit auf

Begründet hatte die international agierende Firma den Schritt damit, dass man die heimische Förderung von Erdgas und Erdöl in Deutschland auf drei ausgewählte Kernregionen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein konzentrieren wolle. Der Krieg in der Ukraine und die Energieabhängigkeit von Russland durch den Ukraine-Konflikt haben nun aber die Karten neu gemischt.

Nach Angaben von INES, Initiative Energien Speichern mit Sitz in Berlin, wurden 2020 in Deutschland rund 5,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert, was rund 5,2 Prozent des deutschen Bedarfs deckte. Deutschland muss daher die Versorgung mit Gas vor allem über Importe absichern.

Auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen erklärte Derek Mösche, Pressesprecher von Wintershall Dea, dass Wintershall auch weiterhin unter Einhaltung hoher Sicherheits- und Umweltschutzstandards Erdgas und Erdöl produzieren werde, „weil – wie sich in diesen Tagen verstärkt zeigt – unsere Produkte in Deutschland noch gebraucht werden und wir damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.“ Selbst wenn aufgrund der geänderten geopolitischen Lage eine Erhöhung der heimischen Produktion angestrebt werden sollte, werde Winter- shall Dea „mit der bewährten technischen Expertise diesen wichtigen Heimvorteil auch weiterhin nutzen. Allerdings muss auch klar sein, dass unsere Projekte langfristig angelegt sind und es von der Aufsuchung bis zur Inproduktionsnahme bis zu zehn Jahre dauern kann.“ Man sei auf verlässliche politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen angewiesen. Ein Umschwenken im Bezug auf eine vermeindliche Erdgasförderung in Halfing gebe es daher nicht.

Keine Überraschung im Rathaus

Auf das erneute Nein zu einer Wiederinbetriebnahme der Erdgaslagerstätte Irlach reagierte Halfings Bürgermeisterin Regina Braun (CSU) gelassen: „Dass es bei einem Nein bleibt, hatte ich mir nach der Absage Ende Januar schon gedacht.“ Auch wenn die Sicherheit für die Energieversorgung wichtig sei.

Artikel 5 von 11