Frische Forellen für Inn und Kieferbach

von Redaktion

Sportfischer „E.W.Sachs“ setzen Zuchttiere in heimischen Gewässern aus – Jahresversammlung

Kiefersfelden – Kurz nach dem Morgengrauen trafen sich die Sportfischer des Vereins „E. W. Sachs“ an ihrer Zuchtanlage und bereiteten bei eiskaltem Wasser die Becken für das Abfischen vor. Kurzzeitbewohner: Die Forellen, die an diesem Tag in fließende Gewässer umziehen sollen.

Die Bach- und Regenbogenforellen konnten nicht ausbüxen: Drahtgitter lenkten sie langsam in Richtung Entnahmestellen, wo sie von erfahrenen Fischern mit Keschern und auch per Hand eingefangen wurden.

Zwischenzeitlich hatten bereits wieder andere Vereinsmitglieder die großen, penibel gereinigten Transportbehälter mit frischem Wasser aus dem Kieferbach gefüllt und nach dem Umfüllen aus den Keschern in die Transporteimer ging es zum Wiegen und dann weiter in die große Transportbox.

1133 Kilo Forellen in
die Freiheit entlassen

Insgesamt 857 Kilo Regenbogenforellen und 276 Kilogramm Bachforellen wurden so an diesem frühen Morgen gefangen und dann schnellstens zu den nächsten Aussatzstellen, für die Bachforellen der Kieferbach und für die Regenbogenforellen der Inn, transportiert.

Vor rund dreieinhalb Jahren wurden die jetzt ausgesetzten Fische „gestreift“, das heißt, der Laich per Hand von den Zuchttieren abgestreift. Das erste, vom Zuchtwasser gebrochene Licht der Welt hatten die Winzlinge dann im zeitigen Frühjahr 2019 erblickt und nach täglicher Fütterung, jährlich wechselnder Aufzuchtkammer und intensiver Pflege, wurden sie jetzt nach drei Sommern und bei bester Konstitution in Kieferbach und Inn entlassen.

Natürlich machen das die Sportfischer des Vereins nicht nur aus reiner „Menschlichkeit“, selbstverständlich dürfen die aktiven Vereinsmitglieder nach dem „Anfischen“ ihre Angeln nach den Eigenprodukten auswerfen und sie auch verzehren, wovon „wegen der super Qualität immer reichlich Gebrauch gemacht wird“, berichtete Zuchtwart Udo Herbig dem Vorsitzenden Stefan Sporer, der bei der Aktion selbst tatkräftig mitgemacht hatte, bei der Jahresversammlung des Sportfischervereins E. W. Sachs. Der war sichtlich froh, „dass wir uns endlich wieder treffen können“. Der Verein hat satzungsgemäß „nur 200 Vollmitglieder, obwohl die Anfragen nach einer Voll-Mitgliedschaft deutlich höher sind“, so Sporer. Hinzu kommen noch zwölf Jungfischer, 50 passive Mitglieder und drei Ehrenmitglieder.

Soweit möglich hielt der Verein auch einen Teil seiner sozialen und kommunikativen Zusammenkünfte ab, wobei auch der neue Fischerkönig Stefan Voigt geehrt wurde, der einen Graskarpfen mit 9,05 Kilogramm Gewicht an Land gezogen hatte.

Und mit einem Lächeln in den Augen berichtete der Vorsitzende vom turnusgemäßen Hegefischen im vergangenen Herbst, „bei dem unsere 15 Angler keinen einzigen Fisch gefangen haben“. Kassier Harry Herrmann betonte die solide finanzielle Grundlage des Vereins und damit war die Basis für die Entlastung des gesamten Vorstands geschaffen. Wahlvorstand und Bürgermeister Hajo Gruber (UW), empfand in seinen Grußworten „große Freude, wenn ich die gute und konsequente Arbeit des Vereins anschaue, denn nicht nur Gewässerschutz, sondern auch Umweltschutz steht auf eurer Agenda“.

Ergebnis
der Wahlen

Per Akklamation wurden dann die zu vergebenden Positionen neu bestimmt. Vorsitzender bleibt Stefan Sporer, als sein Vertreter wurde Andreas Kotte neu gewählt, da der bisherige „Zweite“, Hans Hanusch, aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidierte. Ebenfalls trat Kassier Harry Herrmann nicht mehr an, seine Nachfolgerin wurde Petra Wimmer, und auch Schriftführer Albert Gstatter ist neu im Vorstand. Abschließend wurde der langjährige Vorsitzende Hans Hanusch unter großem Beifall der Versammelten zum „Ehrenvorsitzenden mit beratender Funktion“ ernannt, der sich für „eine super Zeit in diesem herrlichen Verein“ bedankte. Wolfgang Degelhofer erhielt aus der Hand des alten und neuen Vorsitzenden die silberne Ehrennadel des Fischereiverbands Oberbayern „für seine herausragende Tätigkeit im Verein“.

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