Nußdorf – „Uns geht es darum, dass die Planungshoheit bei uns bleibt“, sagte Nußdorfs Bürgermeisterin Susanne Grandauer, als sie über die Stellungnahme der Gemeinde zur 15. Änderung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) Bayern berichtete.
„Ein Anliegen der aktuellen Fortschreibung sei es, die bayerische Landschaft als Marke zu sichern, Nutzungskonflikte zu vermeiden oder auch die Abwanderung junger Bevölkerungsgruppen zu verhindern“, erläuterte Geschäftsleiter Ludwig Guggenberger.
Im Rahmen der Strukturkarte wurden die bayerischen Kommunen in Oberzentren, Mittelzentren und Gemeinden unterteilt, die sich aufgrund ihrer Größe und Funktion unterschiedlich entwickeln sollen. Nußdorf gehört mit rund 2700 Einwohnern zu den kleinen Gemeinden.
„Als kleine Gemeinde müssen wir für eine Entwicklung künftig immer mehr nachweisen und uns detailliert erklären, warum, was und wie wir in der Gemeinde entwickeln wollen“, resümiert der Verwaltungschef.
Als realitätsfern bezeichnet Grandauer die aktuelle Änderung des LEP, denn die vorgelegte Ausarbeitung sei unübersichtlich, pauschal formuliert und schwer zu interpretierten.
„Wir haben aufgrund unserer Größe sowieso keine Möglichkeit, uns zu einem Mittelzentrum zu entwickeln“, so die Bürgermeisterin.
Dazu fehle schon die Anbindung zum ÖPNV. Grandauer weiter: „Wir können nicht über Innenentwicklung sprechen, wenn uns als Gemeinde nicht einmal die Grundstücke gehören, auf denen entwickelt werden könnte.“ Es sei für die Gemeinde wichtig, die Planungshoheit zu behalten und damit selbst „entscheiden zu können, wie wir uns entwickeln wollen“.
Es sei auch nicht nachvollziehbar, weshalb manchen Nachbargemeinden ein Entwicklungsbedarf zugestanden wird und anderen Gemeinden nicht. So entstünde laut Rathaus-Chefin der Eindruck, dass kleine Gemeinden sich nicht weiterentwickeln sollen.
Vonseiten des Bayerischen Gemeindetages werde eine Stellungnahme vorbereitet, deren Vorlage man zunächst noch abwarten möchte, bevor eine Stellungnahme der Gemeinde formuliert wird.stv