„Schwere Prüfung für unser Volk“

von Redaktion

Ukrainer Priester aus Ternopil berichten aus erster Hand

Rohrdorf/Prien – Wie stark die Solidarität des Chiemgauer Helferkreises für die Erzdiözese Ternopil im Westen der Ukraine ist, zeigte sich bei einem Informationsabend im Priener Chiemseesaal am Freitagabend. Die angereisten Priester Volodymyr Firman und Roman Dutschak berichteten aus erster Hand. Pfarrer Volodymyr Firman, der den Chiemgau seit 1996 kennt, würdigte in seinem Vortrag das schnelle und umfangreiche Engagement des Helferkreises: „Bereits am ersten Tag, als Russland die Ukraine überfiel, da rief Kathi Schmid an und sagte ihre Unterstützung zu. Wir haben in Ternopil vier Verteilerzentren, unter anderem in der Kathedrale und im Priesterseminar, eingerichtet.“ Dazu gebe es zweimal in der Woche einen Basar, da so gewährleistet sei, dass die gespendeten Lebensmittel und Waren ankommen. Zum Krieg selbst erklärte der Priester: „Mehrmals am Tag gibt es Bombenalarm, nachts erhellt sich der Himmel, die Kinder bekommen Schlafstörungen und die Ängste wachsen von Tag zu Tag.“

Wenn ein Luftangriff angekündigt werde, müssten die Leute Gas und Strom abschalten und sich mit dem Notwendigsten in Sicherheit bringen. Zum Abschluss sagt Firman: „Die Realität ist eine schwere Prüfung für unser Volk. Viele haben kein Zuhause mehr.“ Die Menschen drängten in die West-Ukraine. „Wir versuchen, ihnen Unterkunft, Kleidung, Medikamente und Nahrung zu geben und wir sind uns sicher, dass der Herr durch jene wirkt, die Hungrigen zu essen geben“. Die nächsten Aufgaben seien, Sonnenblumen und Raps zu säen und mit Stroh-Pellets von russischem Gas unabhängig zu werden. Ein Film zeigte die Erntearbeiten auf den 1200 Hektar fruchtbarem Getreideboden in der Region Ternopil. hö

Artikel 2 von 11