Trachtenvereine führen Brauchtum fort

von Redaktion

Die Nachbargemeinden Aschau und Frasdorf stellen beide einen Maibaum auf

Frasdorf/Aschau – Die Halterungen für die Maibäume am Aschauer Hans-Clarin-Platz vor dem Bahnhof und vor der Frasdorfer Lamstoahalle sollen nicht mehr länger leer stehen. Pünktlich am Sonntag, 1. Mai, wollen die Trachtenvereine aus den beiden Gemeinden einen neuen Maibaum aufstellen.

Sebastian Graf, Vorsitzender des Trachtenvereins „D’Lamstoana“ Frasdorf, weiß, dass noch im Dezember auf der Frasdorfer Schodnseitn ein langer Baum geschlagen wurde, der nach seinen Maßen als Maibaum geeignet gewesen wäre.

Allerdings ist ihm nicht bekannt, wo sich dieser Baum aktuell befindet. Claus Reiter vom Verein „D’Griabinga Hohenaschau“ hat auch keine Kenntnis, welcher Nachbarsverein den ausgewählten Baum unmittelbar nach dem Umsägen „sichergestellt“ hat. Vorsichtshalber hat er im Veranstaltungskalender bereits einen Termin dafür vorgesehen.

Die Verantwortlichen der beiden Trachtenvereine „D’Griabinga Hohenaschau“ und „D’Edelweißer Niederaschau“ in Aschau sowie „D’Lamstoana“ in Frasdorf wollen die Traditionsveranstaltung am 1. Mai durchführen und endlich wieder die Maibäume aufstellen, um den Dörfern ihren Mittelpunkt zurückzugeben.

Graf erklärt dazu: „Für uns Frasdorfer und unsere Gäste von nah und fern ist das Maibaumaufstellen seit Jahrzehnten ein beliebter Brauch, auf den wir uns immer freuen.“

Für das Maibaumaufstellen haben sich in Aschau und Frasdorf in den vergangenen Jahrzehnten viele Traditionen entwickelt. Geschlagen wird der Baum mit einer Länge von über 30 Metern in der Thomasnacht, wenn aller Saft aus den Bäumen ist. Schon bald nach den Fällarbeiten findet sich jemand aus der Nachbarschaft, der den Baum stiehlt und seinen Raub ein Vierteljahr lang versteckt und bewacht.

Ein paar Wochen vor dem Aufstellen beginnen dann die Räuber und die Beraubten, den Baum so herzurichten und zu schmücken, dass er in die vorgesehene Halterung passt.

Am 1. Mai wird es dann ernst für beide Parteien: Die Festlichkeiten beginnen nach der Ankunft des Baumes an der Ortsgrenze stets mit Verhandlungen um die Auslöse der Beute. Anschließend erfolgt der feierliche Einzug mit der Blaskapelle, den örtlichen Trachtenvereinen und den Dieben.

Anstrengend ist das Aufstellen des prachtvoll dekorierten Baumes. Ein paar Dutzend Männer werden gebraucht, um in kleinen Schritten den Maibaum nach alter Handwerkstradition und ohne technische Hilfsmittel aufzustellen. Zum Schluss werden die Zunft- und Handwerkszeichen angebracht. reh

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