Kritik an „Riedering Süd“

von Redaktion

Antrag zum künftigen Bauleitplanverfahren

Riedering – Künftig wird sich der Gemeinderat Riedering mit den Bauleitplanverfahren des Bebauungsplans für „Riedering Süd“ beschäftigen. Fünf Gemeinderäte, darunter auch einige Mitglieder des Bauausschusses, hatten dazu einen entsprechenden Antrag gestellt, informierte Birgit Gunvar Steinbacher vom Bauamt das Gremium.

Kleinteilige
Bebauung

Laut Antrag sei zu befürchten, dass sich wegen dieser Entscheidungen Bezugsfälle im Gemeindegebiet ergeben, die städtebaulich nicht mehr vertretbar wären.

So wurde im vergangenen Jahr beispielsweise ein Bauantrag mit einem Einfamilienhaus und einem Doppelhaus auf einem Grundstück in dem Areal südlich der Söllhubener und östlich der Tinninger Straße gestellt, der auch vom Bauausschuss beschlossen wurde. Im Laufe des Jahres wurde der Plan dann aber erst zu einer Bebauung mit zwei Doppelhäusern, dann auf zwei Mehrfamilienhäuser ausgeweitet und wurde auch so im Dezember vom Bauausschuss mit dem Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss gebilligt.

Ein anderes Grundstück soll nach einem Beschluss des Bauausschusses vom Juli 2021 mit maximal acht Wohneinheiten, Tiefgarage und ausgebautem Dachgeschoss einschließlich zwei Dachgauben bebaut werden. Aufgrund der bisher eher kleinteiligen Bebauung des Quartiers und der nun beantragten Nachverdichtung sähen die Antragsteller „diese beiden Verfahren als richtungsweisend und von großem Gewicht für die gesamte Ortsentwicklung an“, so Steinbacher weiter.

Michael Richter (FWG) erklärte, dass der ursprüngliche Bebauungsplan aus dem Jahr 1963 datiere. Die Bauanfragen samt ständigen Änderungen seien für den Bauausschuss „sehr intensiv.“ Deswegen fordere er „nach nichtöffentlicher Vorberatung eine Abstimmung im Gemeinderat“. Oder alternativ könne man wie die Gemeinde Großkarolinenfeld vorgehen: Alte Bebauungspläne aufheben und stattdessen Paragraf 34 Baugesetzbuch zum Tragen bringen. Bürgermeister Christoph Vodermaier (FWG) meinte: „Bei mir rennen Sie damit offene Türen ein.“ Auch wenn ein Aufheben des Bebauungsplans „Riedering Süd“ schwierig sei, so brauche es ein städteplanerisches Konzept.

Dr. Georg Kasberger (CSU) sah das ähnlich: Es brauche eine Grundsatzentscheidung im Rat. Josef Loferer (FWG) regte eine Überplanung des Quartiers an und Josef Bergmann (BWGN) eine gemeinsame Linie. Dominikus Summerer (CSU) sah das ähnlich, betonte aber auch, dass der Bauausschuss ein beschließender Ausschuss sei. Auf seine Nachfragen bestätigte Bürgermeister Vodermaier, dass man beim Antrag auf zwei Mehrfamilienhäuser noch in der Abwägungsphase sei, und dass für das andere Vorhaben noch der Auslegungsbeschluss ausstehe.

Einstimmig für
Weiterführung

Da keine weiteren Nachfragen kamen, stellte Bürgermeister Vodermaier den Beschlussvorschlag „Stattgeben des Antrags und künftig Weiterführung der Bauleitplanverfahren zu den Änderungen des Bebauungsplans ,Riedering Süd‘ im Gemeinderat“ vor.

Dem Beschlussvorschlag schloss sich das Gremium mit 18:0 an. Gemeinderat Benedikt Ganter (WGS) enthielt sich aufgrund persönlicher Beteiligung an der Abstimmung.

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