Einmal kochen mit Steffen Henssler

von Redaktion

Brannenburgerinnen machen zur Erinnerung an die Oma bei TV-Show mit

Brannenburg/Hamburg – „Kochen ist für mich Stressbewältigung, Hobby und ein Seelenschmeichler“, so schwärmt Sibille Bielz aus Brannenburg. Sie und ihre Schwester Marion Lokodi haben eine gemeinsame Leidenschaft – das Kochen. Beigebracht hat es ihnen ihre Oma, die vor vier Jahren verstorben ist. Um ihr zu gedenken, haben Sibille Bielz (34) und Marion Lokodi (35) zusammen mit ihren Cousinen aus Baden-Baden an der ARD-Show das „Familien-Kochduell“ teilgenommen. Gekocht wurden Gerichte von ihrer Oma – siebenbürgische Küche.

Familienduell mit
zwei Gerichten

Beim Familien-Kochduell treten zwei Familien gegeneinander an. Eine Woche lang muss jedes Team zwei Gerichte zubereiten. Der Clou: Die Familien haben jeweils ein Wochenbudget von 100 Euro, die Speisen sind auf drei Personen ausgelegt und für eine Vorspeise darf man 20 Minuten, für eine Hauptspeise 40 Minuten brauchen. Kein Problem für die beiden jungen Mütter. „Wir sind es ja eh gewohnt, unter Zeitdruck und mit einem Budget zu kochen“, so Bielz. Und die Gerichte standen auch schnell fest – traditionell. „Wir haben uns gedacht: Was essen wir gerne? Was löst bei uns Heimat- und Kindheitsgefühle aus?“, so die gebürtige Siebenbürgenerin.

Bielz kochte eine Tomatensuppe mit Grießnockerl und Hähnchenpaprikasch. Lokodi, die von ihrer Schwester liebevoll die Königin der Nudelgerichte genannt wird, hat Ravioli und Tagliatelle gekocht – natürlich selbst gemachte.

Da sei selbst TV-Koch und Moderator Steffen Henssler beeindruckt gewesen. „Er meinte, du spinnst doch, in nur 40 Minuten Nudeln selber zu machen“, sagt Lokodi. Während der Show tritt Henssler als sogenannter „Freund der Familie“ auf und gibt auch immer wieder Tipps. „Henssler meinte, ich könnte auch gut Kräuter in den Nudelteig einarbeiten“, so die 35-jährige Brannenburgerin. Zum Anrichten dreht man die Tagliatelle in der Soße und richtet sie auf dem Teller an.

Der Dreh in Hamburg, der sich über eine Woche zog, war für die vier Frauen eine spannende Zeit. „Ein paar Tage vor dem Drehbeginn habe ich meine Schwester verflucht“, erzählt Lokodi lachend. Dann wurde es aber eine tolle Woche mit vielen neuen Eindrücken. Sei es vor der Kamera zu stehen und vor Publikum zu kochen, die erste Zwiebel, die mit zittrigen Händen geschnitten wurde, oder der geriebene Parmesankäse, der aufgrund der starken Studiolichter wieder zu einem Klumpen schmolz. „Wir mussten Blattsalat waschen und die Salatschleuder ging nicht mehr“, sagt Lokodi. Da habe die Hobbyköchin kurzerhand den Salat in ein Geschirrhandtuch gepackt und ihn so trockengeschleudert. „Das Publikum und die Kameramänner sind ganz nass geworden“, schmunzelt sie. In Gedanken waren alle vier Enkel immer wieder bei ihrer verstorbenen Oma. „Dass wir das Projekt gemeinsam gemacht haben, war wie eine Seelenbefreiung“, sagt Bielz.

Sendung steht
in der ARD-Mediathek

Doch dann kam der Schock. Zunächst wurde die Ausstrahlung der Sendung verschoben, dann die Nachricht in der vergangenen Woche: Die Sendung wird ganz abgesetzt. Der Grund seien, laut dem Portal „Quotenmeter“, die Einschaltquoten. „Wir hatten uns so darauf gefreut“, so Lokodi über die Enttäuschung. Und Bielz ist sich sicher, „hätten sie unsere Sendung zuerst ausgestrahlt, hätten wir die Quoten geknackt“. Einen Lichtblick gibt es aber zum Glück doch. Obwohl das Familien-Kochduell nicht mehr im Free-TV läuft, werden die abgedrehten Sendungen in der Mediathek der ARD veröffentlicht. Das Kochduell mit der Familie Bielz erscheint voraussichtlich am 8. Mai. So werden die Gerichte ihrer Oma auch an die Zuschauer weitergegeben. „Wir wollen mit dem Essen unsere Tradition, den Geschmack unserer Kindheit weitertragen“, sagen die Siebenbürgenerinnen.

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