„Punktlandung“ beim dreijährigen Abschussplan der Nußdorfer Jäger

von Redaktion

Wanderer und Mountainbikefahrer bringen mehr Unruhe in den Wald – Biber werden zunehmend zum Ärgernis

Nußdorf – Auf ein durchaus erfolgreiches Jagdjahr 2021 kann die Jagdgenossenschaft Nußdorf zurückblicken, insbesondere deswegen, weil die Jäger mit der Erfüllung des Dreijahresabschussplans fast eine Punktlandung hinlegen konnten, wie der Erste Vorstand Balthasar Kogler anlässlich der Jahreshauptversammlung der Nußdorfer Jagdgenossenschaft berichtete.

Der Plan sieht unter anderem den Abschuss von 381 Rehen über drei Jahre vor. Das sind 127 Stück pro Jahr. Mit insgesamt 147 Abschüssen hat die Jägerschaft im letzten Jahr den Plan leicht übererfüllt.

Außerdem wurden zwölf Stück Gamswild, zwei Stück Rotwild sowie zahlreiche Füchse, Hasen oder auch Krähen erlegt, wie die Bilanz zeigt. Insbesondere hätten sich die Krähen in den vergangenen Jahren stark verbreitet, sodass im letzten Jahr 119 der Vögel zur Strecke gebracht wurden. Stark zugenommen hat auch die Population des Rotwildes, die mittlerweile in kleinen Rudeln auftreten und für erhebliche Schälschäden an den Bäumen sorgen. „Selbst im Wald merken wir die Auswirkungen der Pandemie. Viele Naherholungssuchende, Wanderer und Urlauber haben den Forst für sich entdeckt und damit mehr Unruhe hineingebracht“, sagt Kogler. Sorgen machen ihm dabei insbesondere die Mountainbiker, die querfeldein durch den Wald, abseits der offiziellen Wege fahren oder dort sogar illegale Trails anlegen. Die dadurch entstehenden Geräusche versetzen die hier lebenden Tiere in Alarmbereitschaft und können heftige Fluchtreaktionen hervorrufen.

Seit vielen Jahren beschäftigt das Thema Biber die Gemüter der Landwirte. Was für den einen ein durchaus putziges Tier ist, kann für den anderen zum leidigen Ärgernis werden. Denn die unter Naturschutz stehenden fleißigen Tiere sorgen mit ihrem geschäftigen Treiben für erhebliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft. Um ihr notwendiges Lebensumfeld gestalten zu können, fällen sie statthafte Bäume und legen damit Staudämme an, mit denen sie schließlich über Nacht Ackerflächen überschwemmen. Sie machen auch keinen Halt vor Wanderwegen. So besteht durchaus die Gefahr, dass angenagte Bäume selbst bei leichtem Wind von alleine umfallen und ahnungslose Wanderer gefährden können. „Die Klagen der Betroffenen sind groß, helfen aber nicht weiter, wenn die Schäden nicht den zuständigen Stellen im Landratsamt angezeigt werden“, erklärt Kogler, denn hier werde gegebenenfalls über eine „Entnahme“ von Bibern entschieden.

„Zum Glück haben wir noch keine Wildschweine im Nußdorfer Revier sichten können. Allerdings kommen sie immer näher an unser Revier heran“, stellte Kogler fest. Die Befürchtungen der Landwirte vor dem Schwarzwild seien nicht unbegründet, denn die in Rotten auftretenden Tiere sorgen bei ihren nächtlichen Streifzügen durch Wald und über Felder für erhebliche Flurschäden. Eine Grenze sei für sie die Autobahn, die sie nicht leicht überschreiten können, so Kogler.stv

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