Neubeuern – Die Marktgemeinde und der Asylhelferkreis Neubeuern luden in den Beurer Hof ein, um die Bevölkerung über die momentane Situation der geflüchteten Ukrainer in Neubeuern zu informieren, Helfer zu finden und Hilfsangebote aus der Bevölkerung zu koordinieren.
Bürgermeister Christoph Schneider (Unabhängige Neubeurer) begrüßte im Namen aller Anwesenden die Ehrengäste dieser Veranstaltung, nämlich die Ukrainer, die an einem eigenen Tisch mit ihren Dolmetschern Platz genommen hatten.
Schneider erinnerte unter anderem daran, „dass unsere Wohlstandsgesellschaft eine herausragende Verantwortung für diese Menschen hat, die unter uns sitzen, und auch für die, die in der nächsten Zeit zu uns kommen werden“.
Viele Bürger, auch Institutionen und Firmen hätten bereits unbürokratisch ihr Bestes getan. Schneider bedankte sich bei allen für die Sammelaktionen, Hilfsgüter, Geldspenden, Bereitstellung von Unterkünften, auch Privatunterkünften, das Herrichten der Beurer Halle als Notunterkunft, das Einrichten von Spielecken, die Betreuung und Versorgung der Geflüchteten.
Am 12. März wurde die Beurer Halle in eine Notunterkunft umgewandelt und wenige Tage später wurden die ersten Flüchtlinge dort untergebracht. Die Beurer Halle bietet Platz für 140 Flüchtlinge. Auch das Burgdacherl wurde von der Regierung als Unterbringung angemietet. Die Geflüchteten umfassen verschiedene Altersgruppen vom Säugling bis zum betagten Senior. „Die Unterbringung erfolgt zuerst in privat zur Verfügung gestellten Wohnungen und Zimmern und erst dann, wenn alle besetzt sind, in der Halle“, so Schneider. Wertvoll sei das sofortige Arbeitsrecht, und Neubeurer Unternehmer haben bereits Flüchtlinge eingestellt. „Egal, wie lange alles dauert, die Gemeinde wird alles tun, was möglich ist“, endete Bürgermeister Schneider.
Die Vorsitzende des Asylhelferkreises, Regine Prokopetz, berichtete von den Anfängen des Helferkreises seit 2014 mit fünf Personen, hat dann begonnen sich zu strukturieren und ist mittlerweile 140 Mitglieder stark. Derzeit sind insgesamt 120 Flüchtlinge in Neubeuern, davon sind außer den Geflüchteten aus der Ukraine auch 40 Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Jordanien, Jemen, Saudi-Arabien und Gabun.
Pfarramt übernimmt
die Formalitäten
Von den Ehrenamtlichen betreut jeweils ein Helfer als Pate eine Wohneinheit. Sie sind erste Bezugspersonen für diese Familien oder Wohngemeinschaften. Sie trinken mit ihnen Tee oder Kaffee und bauen eine Beziehung auf. Sie lesen mit ihnen und für sie die Behördenpost, helfen ihnen, Anträge auszufüllen. Sie unterstützen sie beim Erlernen der deutschen Sprache, helfen den Kindern bei den Hausaufgaben. Zusätzlich werden Fahrdienste und Freizeitaktivitäten organisiert. Außerdem kümmert sich der Helferkreis um Sachspenden.
Da der Asylhelferkreis kein eingetragener Verein ist und somit bei Geldspenden keine Spendenquittungen ausstellen darf, hat das Katholische Pfarramt Neubeuern die Verwaltung dafür übernommen und ein Spendenkonto eingerichtet.
Die Ehrenamtskoordinationen des Landratsamtes Rosenheim und der Caritas bieten Schulungen an, liefern Infos in Form von Newslettern. Nach den Vorträgen bestand für die Besucher die Möglichkeit, an Infotafeln Regine Prokopetz und ihre Vorstandskollegin Ulrike Gierlinger, die Paten und Bürgermeister Schneider zu befragen und sich zusätzlich zu informieren.eri