Kiefersfelden – Die Gemeinde Kiefersfelden konnte ihren Schuldenstand auch im vergangenen Jahr weiter abbauen, wie Rathauschef Hajo Gruber (UW) und Kämmerin Karin Stelzer zur jüngsten Sitzung des Gemeinderates mitteilten.
Viele Dinge auf
den Weg gebracht
Die Corona-Pandemie habe die Gemeinde vor vielfältige Herausforderungen gestellt, wie Gruber sagte, der Kommune aber auch eine Chance gegeben, viele Dinge auf den Weg zu bringen. „Wir haben die Zeit bisher gut genutzt“, sagte der Bürgermeister.
Wobei er dies insbesondere auf die wirtschaftliche Situation seiner Gemeinde bezog, „denn wir haben im vergangenen Jahr gut gewirtschaftet“.
Hatte die Kommune im Jahr 2020 noch Verbindlichkeiten in Höhe von 4,185 Millionen Euro, sanken diese im vergangenen Jahr auf nunmehr 3,759 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 551 Euro entspricht (Vorjahr: 611 Euro).
Bezogen auf die vergangenen zehn Jahre hat sich somit der Schuldenstand Kiefersfeldens von 8,105 Millionen Euro um 4,346 Millionen Euro auf jetzt 3,759 Millionen Euro verringert, was bei den Gemeinderäten zu einem anerkennenden Nicken führte.
Das vergangene Jahr umfasste einen Gesamthaushalt von gut 20,1 Millionen Euro, aufgesplittet in den Verwaltungshaushalt mit etwas über 16 Millionen Euro und den Vermögenshaushalt von knapp über vier Millionen Euro.
Dabei erreichte die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt 3,253 Millionen Euro (Vorjahr: 2,245 Millionen Euro) und die Zuführung in die Rücklagen mehr als eine halbe Million Euro auf damit 5,068 Millionen Euro (Vorjahr 4,518 Millionen Euro).
Bei den Einnahmen des Verwaltungshaushalts machen die Steuern und Zuweisungen den größten Batzen mit knapp 10,5 Millionen Euro aus. Darin enthalten sind etwa die Grund- und Gewerbesteuer sowie die Schlüsselzuweisungen und die Einkommenssteuerbeteiligung.
Auf knapp fünf Millionen Euro summieren sich die Einnahmen bei Verwaltung und Betrieb. Dabei fallen insbesondere die Zuweisungen von Bund und Freistaat sowie die Gebühren, Mieten, Pachten und Entgelte ins Gewicht.
Schlussendlich summierten sich die Finanzeinnahmen auf 670000 Euro, worunter kalkulatorische Einnahmen, die Konzessionsabgabe sowie Säumniszuschläge/Mahngebühren und auch Stundungen fallen.
Im Ausgabensektor stechen die Finanzausgaben mit 7,048 Millionen Euro wie die Kreisumlage oder die Gewerbesteuerumlage sowie die Zuführung an den Vermögenshaushalt besonders heraus. Gefolgt von den Personalausgaben, die einen Wert von 4,763 Millionen Euro erreichten. Hinzu kommen noch der Sach- und Betriebsaufwand (3847 Euro) und die Zuweisungen/Zuschüsse mit knapp 420000 Euro. Im Ausgabenbereich des Vermögenshaushalts stechen insbesondere die Baumaßnahmen mit 2,608 Millionen Euro ins Auge. Diese umfassen unter anderem die Sanierung der Schulturnhalle, Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Freizeitbads Innsola und natürlich den Neubau des Feuerwehrhauses, der allein weitere 1,763 Millionen Euro verschlang. Aber auch in den Straßenbau wurde seitens der Gemeinde kräftig investiert, und die technischen und baulichen Erneuerungen für die Kiefersfeldener Kläranlage bringen diese auf den neuesten Stand.
Summa summarum also „ein erneut positives Jahresergebnis“, wie die Kämmerin feststellte und das von den Anwesenden wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde. „Alle Maßnahmen wurden ohne Neuverschuldung finanziert, bei gleichzeitigem Ausbau der gemeindlichen Rücklagen und steter Tilgung der Schulden“, wie die Kämmerin abschließend hinzufügte.
Zur Sparsamkeit
verpflichtet
Trotz dieser durchwegs guten wirtschaftlichen Fakten dämmte der Rathauschef letztlich aber etwas die Euphorie, „denn wir sind weiterhin gut beraten, auch in Zukunft sparsam mit unserem Geld umzugehen. Denn wir wissen nicht, was nun auch noch durch den unseligen Krieg in der Ukraine auf uns zukommt“.