Bürgermeister geben nicht auf

von Redaktion

Trotz Absage der Deutschen Bahn halten Gemeinden am „Wildbarren“ fest

Flintsbach/Oberaudorf – Die beiden Bürgermeister aus Oberaudorf und Flintsbach sind nicht überrascht über die Aussage der Deutschen Bahn, eine Verknüpfungsstelle im Wildbarren nicht in die Planungen zum Brenner-Nordzulauf mitaufzunehmen. In einem Infogespräch der Deutschen Bahn am vergangenen Freitag hatte der DB-Projektleiter Christian Tradler der Verknüpfungsstelle im Wildbarren bei Niederaudorf eine Absage erteilt. Die Planungen zu einer Verknüpfungsstelle im Berg würden nicht weiter verfolgt, zu unsicher sei die Genehmigungsfähigkeit einer unterirdischen Trasse, so Tradler (wir berichteten).

Bahn plant „violette
Trasse“ weiter

„Die Deutsche Bahn hat die Verknüpfungsstelle im Wildbarren noch nie selbstständig vorangetrieben“, sagt Oberaudorfs Bürgermeister Matthias Bernhardt (Freie Wählerschaft Oberaudorf). Und auch Stefan Lederwascher (CSU), der Bürgermeister von Flintsbach, zeigt sich über die Aussage Tradlers wenig überrascht: „Dass die Bahn die Verknüpfungsstelle im Berg nicht will, das wussten wir bereits.“

Die Bahn verfolgt weiterhin die Planungen rund um die sogenannte „violette Trasse“, die eine oberirdische Verknüpfungsstelle zwischen Oberaudorf und Flintsbach vorsieht. Der Vorschlag, eine unterirdische Verknüpfungsstelle im Wildbarren bei Niederaudorf zu bauen, kam von den Inntalgemeinden, die sich seitdem dafür einsetzen.

Eine Studie, die vom Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) durchgeführt wurde, ergab, dass bereits bei den Planungen für eine solche Verknüpfungsstelle hohe Kosten entstehen würden. Ebenfalls würde es keine Garantie geben, dass die Untersuchungen Erfolg hätten und dann genehmigt werden.

DB-Projektleiter Christian Tradler erkenne darin eine Absage für eine Verknüpfungsstelle im Wildbarren.

Bernhardt und Lederwascher wollen jedoch nicht so schnell klein beigeben. „Die Studie der DZSF sagt, dass eine unterirdische Verknüpfungsstelle zeit- und kostenaufwendig ist, jedoch nicht, dass sie nicht machbar ist“, betont Lederwascher und verweist auf ein Schreiben seitens der Gemeinde Flintsbach an das Bundesministerium für Digitales und Verkehr, indem sich Flintsbach vehement gegen eine oberirdische Lösung ausspricht.

„Mit Experten
zusammensetzen“

„Wir werden uns in der nahen Zukunft mit unseren Experten zusammensetzen“, stellt Bernhardt in Aussicht. Bei dem Gespräch werde man die Argumente der Bahn analysieren und eine eigene Stellungnahme formulieren. „Wir wollen mit unseren Ingenieuren die optimale Lösung finden“, sagt Lederwascher.

Beide Bürgermeister wollen weiterhin konstruktive Gespräche mit der Deutschen Bahn führen und betonen, dass eine verträgliche Lösung für die Bürger, Landwirte, die Natur und den Tourismus vor Ort gefunden werden muss.

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