Ernst Opperer zu Lebzeiten auf 130 Reisen in über 80 Länder

von Redaktion

Trauer um 82-jährigen Maurermeister und Bautechniker aus Griesstätt – Am Opernhaus in Sydney mitgearbeitet

Griesstätt – Ernst Opperer ist, nach kurzem Krankenhausaufenthalt, aufgrund einer schweren Erkrankung verstorben. Wie Pfarrer Herbert Weingärtner beim Seelengottesdienst ausführte, war das Reisen die Leidenschaft des Verstorbenen. Bekannt und geschätzt war Ernst Opperer durch seine Tätigkeit als Maurermeister und Bautechniker. Er zeichnete Pläne und übernahm Bauleitungen.

Geboren wurde Ernst Opperer im Juli 1939 in Griesstätt. Er wuchs dort bei seiner Pflegemutter auf und kam als Zehnjähriger zu seiner Mutter, die als Magd auf einem Bauernhof in Weng bei Griesstätt arbeitete. Nach dem Besuch der Volksschule begann er eine Lehre als Maurer in Rosenheim bei der Firma Hans Holzner. Im zweiten Lehrjahr zog er zu seiner Tante nach Straßöd bei Vogtareuth, wo er sich selbst über dem Stall ein Zimmer ausgebaut hatte.

Nach drei Gesellenjahren wechselte er zum Rosenheimer Baugeschäft Siegfried Görgmeier. Dort arbeitete er bis zu seiner Auswanderung nach Australien, wohin er sich aufgrund des dortigen Fachkräftemangels beworben hatte. Zunächst arbeitete er dort in einem Stahlwerk. Danach war er als Maurer in Sydney beschäftigt, wo er unter anderem beim Bau des weltbekannten Opernhauses dabei war. Auf Umwegen über Neuseeland, Singapur, Saigon, Hongkong, Japan, Hawaii und Nordamerika kehrte Opperer 1963 wieder in seine bayerische Heimat zurück.

Beim Baugeschäft Alois Kaiser in Griesstätt fand er Arbeit. Noch bevor er neben seiner beruflichen Tätigkeit in den Jahren 1970 bis 1972 in München die Meisterschule besuchte und diese als Bautechniker und Maurermeister abschloss, baute er in Griesstätt sein eigenes Wohnhaus.

Nach der Genesung nach einem schweren Arbeitsunfall wechselte Opperer 1974 zum damaligen Ingenieurbüro Wolfgang Mayer in Griesstätt. Beim Baugeschäft Josef Hintermaier in Thalham begann er 1976 seine Tätigkeit als Maurermeister und Bautechniker. Dort war er bis zum Rentenbeginn im Jahr 2000 tätig.

Viel erlebte Ernst Opperer bei seinen etwa 130 Reisen in über 80 Länder. Zweimal ging es rund um die Welt. Neben dem Beruf und den Reisen nahm er sich Zeit zur Betreuung seiner Mutter. Lange Jahre war Opperer Mitglied bei der Griesstätter Schützengesellschaft. Die Fahnenabordnung des Vereins begleitete ihn auf seinem letzten Erdenweg.

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