Ein kleiner Knopf kann viel entscheiden

von Redaktion

Aktionswoche für die ältere Generation in Schechen mit buntem Programm

Schechen – Es ist eine Schreckensvorstellung für viele ältere, alleinlebende Menschen: Man gerät in den eigenen vier Wänden in eine Notfallsituation – und keiner merkt es. Ein praktisches Hilfsmittel für solche Situationen ist ein Notfallknopf. Doch wie funktioniert der und was muss man dabei beachten?

Seniorinnen unterschiedlichen Alters, ein paar ältere Herren, Zuhörer im Rollstuhl und einige mit Rollator hatten sich im Saal der Modest-Mitterhuber-Stiftung versammelt. Sie lauschten interessiert den Ausführungen von Christian Wagner, der zum Team Hausnotruf des BRK-Kreisverbandes Rosenheim gehört. Sein Vortrag war Teil eines umfangreichen Programms der Aktionswoche „Zu Hause daheim“, die die Gemeinde auf Initiative des bayerischen Sozialministeriums durchführte.

Arm oder Hals ist
Geschmackssache

„Wenn ein kleiner Knopf entscheidet, ob ich ein paar Jahre länger daheim wohnen bleiben kann, ist schon etwas gewonnen“, meinte Wagner, als er das Gerät vorstellte. Er betonte, dass es statistisch überwiegend ältere Damen seien, die allein lebten. Doch passieren könne jedem etwas in den eigenen vier Wänden. „Man fällt hin und kommt nicht mehr auf – das Telefon liegt aber in einem anderen Zimmer“, beschrieb er eine typische Situation. Mit einem Notfallknopf am Armband oder um den Hals müsse man dagegen nur drücken, und ein Notruf gehe bei der Zentrale ein. Die meldet sich über ein in der Wohnung installiertes kleines Gerät und fragt nach, ob alles in Ordnung ist. Kann der Betroffene nicht antworten, weil er etwa in einem anderen Zimmer verunglückt ist, alarmiert die Zentrale vorher festgelegte Kontaktpersonen. Ist keiner erreichbar oder bestätigen die den Notfall, kommt die Hilfe der Profis.

„Was ist, wenn ich an meinem Auto vor dem Haus hinfalle – reicht da das Funksignal?“, wollte eine Dame im Rollstuhl wissen. Bis zu 30 Meter seien abgedeckt, erklärte Wagner. Bei einem Ersttermin würden nicht nur alle wichtigen Daten aufgenommen, sondern auch das Gerät angeschlossen und die Reichweite individuell vor Ort geprüft.

Knopf am Handgelenk oder Knopf um den Hals, das sei Geschmackssache. Beides habe Vor- und Nachteile. Der Experte betonte, dass der Knopf wasserfest sei, wenn man nicht unbedingt länger damit schwimmen gehe.

Er verwies auch auf andere Helferlein und Dienstleistungen im Alltag. Über den Notfallknopf könne man auch eine „Aufstehhilfe“ buchen. Dann müssten nicht immer Rettungswagen und Notarzt kommen, wenn man nur Unterstützung beim Aufrichten brauche. Gute Erfahrungen habe man auch mit einem Schlüsseltresor gemacht. Eigentlich dazu gedacht, einen Schlüssel vor Ort sicher zu deponieren, damit bei einem Notfall die Tür nicht aufgebrochen werden muss, erweise sich dieser oft auch in anderen Fällen als praktisch: Zum Beispiel, wenn die Nachbarin einmal spontan zum Blumengießen in die Wohnung muss. Ein weiteres Helferlein hatte Wagner als Präsent für die Gäste dabei: Die kleine Notfalldose soll am besten im Kühlschrank aufbewahrt werden. In ihr kann man wichtige Informationen wie Vorerkrankungen oder Kontaktpersonen notieren und Notfallmedikamente hinterlegen. Im Fall der Fälle kann der Notarzt die Dose schnell im Kühlschrank auffinden.

„Es gibt viele Hilfsmittel, um auf der sicheren Seite zu sein, auch wenn man allein wohnt“, betonte Evi Kaesler, Schechens Seniorenbeauftragte. Sie hatte nicht nur zu dem Vortrag geladen, sondern mit Unterstützung der Gemeinde gleich die gesamte Aktionswoche organisiert. Ihr Ziel: Ein möglichst breites Programm für jeden Geschmack. „Ich bin gedanklich durch die Gemeinde gegangen und habe mich gefragt: Was könnte für die älteren Leute wichtig sein“, erklärte sie. Herausgekommen ist ein Mix aus Information und Unterhaltung.

Lebenswerte Heimat
für Jung und Alt

Es gab etwa einen Vortrag über barrierefreies Wohnen, Feuerlöschübungen mit der Feuerwehr, ein Referat eines Polizisten zu Betrugsmaschen, einen nostalgischen Kino-Abend mit Besuch der Pfaffenhofener Trachtenkinder, Seniorensport, einen Gottesdienst sowie eine gesellige Busfahrt mit Bürgermeister Stefan Adam. Er gondelte mit rund 80 Interessierten durch die Gemeinde und informierte über aktuelle Planungen und wichtige Themen. Ein großes Ziel in der Gemeinde ist es, eine lebenswerte Heimat für Jung und Alt zu bieten. Adam betonte: „Zu Hause ist, wo ich mich wohl und geborgen fühle.“

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