Tourismus soll wieder erstarken

von Redaktion

Erste Bürgerversammlung seit zwei Jahren – Bürgermeister Frank gibt einen Überblick

Aschau – „Die Übernachtungszahlen in der Gesamtgemeinde Aschau brachen im ersten Corona-Jahr 2020 total ein, sie haben sich im vergangenen Jahr etwas erholt, liegen aber noch immer deutlich unter den Werten der Vor-Corona-Zeit“, erklärte Bürgermeister Simon Frank (Zukunft für Aschau) bei der Bürgerversammlung in der Festhalle. In der ersten Bürgerversammlung seiner Amtszeit trug der Bürgermeister die Berichte der Amtsleiter der Gemeinde vor. Die Zahlen und Daten zum Tourismus hatte der Leiter der Tourist-Info, Herbert Reiter, akribisch zusammengestellt. Nach den schweren Einbußen der vergangenen beiden Jahre gelte es nun, das hohe Niveau der Vorjahre wieder zu erreichen und die Gäste wieder an Aschau zu binden. „Heuer dreht sich in Aschau alles um das Motto ‚Do schau hi‘ mit vielen Aktionen im Dorf und auch im Schloss“, so Bürgermeister Frank.

Viele Projekte
wurden angestoßen

Zahllose Aktivitäten verwirklichten der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Verwaltung in den beiden Berichtsjahren. Mehrere umfangreiche Bauvorhaben kamen zum Abschluss, neue wurden geplant und vorbereitet. Von der Erstellung des Leitbildes über die Hochwasserschutzmaßnahmen, die Umbenennung von Straßennamen, die Arbeiten der Feuerwehr und der Blaulichtorganisationen, bis hin zur Sanierung der Festhalle, den Brandschutzmaßnahmen im Seniorenheim, der Instandsetzung des Friedhofs, verschiedener Straßen- und Brückenerneuerungen, der Errichtung der Infrastruktur neuer Bau- und Gewerbegebiete und den umfangreichen Arbeiten zur Gewinnung und dem Schutz des Aschauer Trinkwassers.

Der Leitungsbau zur Versorgung mit Trinkwasser und Ableitung von Schmutzwasser im Ortsteil Staffelstein an der Kampenwand konnte nach zehn Jahren Planungs- und Bauzeit abgeschlossen werden, ebenso die Breitbandversorgung. Für die Zentrale Wärmeversorgung wurde ein Konzept entwickelt, die Parkplatzproblematik wurde durch den Neubau und die Neuorganisation der vorhandenen Plätze etwas entschärft. Schließlich – so verkündete Bürgermeister Simon Frank ganz aktuell – wurde das sogenannte „Rosi-Mobil“ im westlichen Chiemgau eingerichtet.

Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Natur spielen weiter eine große Rolle im Priental. Das Bergbauernmodell Sachrang wurde auf die gesamte Gemeinde ausgeweitet und bis 2025 verlängert. Für die Landwirtschaft haben sich mit dem gewachsenen Freizeitdruck, mit Tourengehern, Mountainbikern, mit Wolf und Biber ganz neue Problemfelder eröffnet, die in einem Miteinander zwischen den betroffenen Landwirten und der Gemeinde abgearbeitet werden müssen.

Ausführlich trug der Rathauschef das Zahlenwerk zum Haushalt, zusammengestellt von Kämmerer Christoph Kraus, vor. „Wir wollen weiter investieren und gemeinsam für die Gemeinde arbeiten. Wenn dazu die Aufnahme von Krediten notwendig sein sollte, dann werden wir das im gesetzlichen Rahmen auch tun. Aktuell können wir unsere Aufgaben erfüllen. Wir können die Haushaltsvorschriften einhalten. Der Haushalt der Gemeinde bleibt ausgeglichen“, so Bürgermeister Frank.

Die Schuldenübersicht der Gemeinde weist ohne die gemeindlichen Eigenbetriebe für 2022 eine Verschuldung von 5,6 Millionen Euro auf, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 972 Euro. Die Gesamtschulden der Gemeinde einschließlich der Eigenbetriebe und der Aufwendungen für Abwasserzweckverband und Mittelschulverband betragen 8,4 Millionen Euro, das sind 1467 Euro pro Kopf.

Einnahmen durch Einkommenssteuer

Der Verwaltungshaushalt 2022 wurde mit 15,37 Millionen Euro veranschlagt, der Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 12,96 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich der Haushalt somit auf 28,33 Millionen Euro. Zwei Drittel der Einnahmen stammen aus dem Anteil an der Einkommenssteuer und der Schlüsselzuweisung, Gewerbesteuer, Grundsteuer und Kanalgebühren brächten den Löwenanteil der weiteren Mittel ein.

Bei den Ausgaben seien die Personalkosten mit 4,8 Millionen Euro, die Kreisumlage mit 3,4 Millionen Euro sowie die Umlagen an andere Träger, wie den Abwasserzweckverband, die höchsten ständig wiederkehrenden Ausgabeposten im gemeindlichen Haushalt. Auch die gemeindlichen Baumaßnahmen sind bedeutend: Für Hoch- und Tiefbaumaßnahmen sind 7,7 Millionen Euro vorgesehen.

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