Inntaler wollen neue unabhängige Studie

von Redaktion

Gemeinden halten an unterirdischer Verknüpfungsstelle fest – Nußdorf beteiligt sich

Nußdorf – Die Bahn hatte in den vergangenen Wochen bekannt gegeben, dass sie eine unterirdische Verknüpfungsstelle im Wildbarren im Zuge des Brenner-Nordzulaufs nicht in ihre Planungen aufnehmen wird.

Die Inntal-Gemeinden geben jedoch nicht auf. Sie wollen eine Studie in Auftrag geben, die zeigt, dass eine Verknüpfungsstelle im Berg durchaus möglich wäre. Nun müssen die einzelnen Gemeinderäte im Inntal für oder gegen eine solche Studie stimmen – den Anfang hat Nußdorf gemacht.

Wechsel in anderes
Dialogforum geplant

Nach den ersten Sitzungen ist es Wunsch der Gemeinde Nußdorf am Inn mit Sitz und Stimme im Dialogforum Vorplanung „Kirnstein-Grenze D/A“, zu dem die Gemeinden Erl, Flintsbach, Kiefersfelden und Oberaudorf gehören, vertreten zu sein. „Wir sehen uns hier stärker betroffen als im Dialogforum ‚Innleiten-Kirnstein‘ mit den Gemeinden Rohrdorf, Prutting, Riedering, Stephanskirchen und Samerberg“, führte Nußdorfs Erste Bürgermeisterin Susanne Grandauer in der vergangenen Gemeinderatssitzung aus.

Für sie geht es insbesondere um die geplante Verknüpfungsstelle und deren Gesamtauswirkung für das obere Inntal, von der auch Nußdorf betroffen sei. Das würde vor allen Dingen den Trassenverlauf der geplanten Inn-Unterquerung betreffen. Die Argumentation besser im Dialogforum „Kirnstein-Grenze D/A“ aufgehoben zu sein, habe bisher jedoch kein Gehör bei den Veranstaltern der Bahn gefunden, sodass die Gemeinde Nußdorf an diesem Forum derzeit lediglich als Gast teilnimmt.

Die Situation hat sich für die Gemeinden des Dialogforums „Kirnstein-Grenze D/A“ nun aber zugespitzt, da von der Bahn mitgeteilt wurde, dass eine unterirdische Verknüpfungsstelle im Bereich des Wildbarrens nicht möglich sei. Die Bahn will aus wirtschaftlichen Gründen die Variante der unterirdischen Verknüpfungsstelle nicht mehr weiterverfolgen. Dazu wäre ein Auftrag von der Politik notwendig, berichtete Susanne Grandauer. Offengeblieben ist ebenfalls die Frage, wie die Trasse in Richtung Nußdorf nun den Inn unterirdisch queren soll.

Gemeinderat Michael Laar, der auch in der Interessensgemeinschaft Inntal 2040 vertreten ist, kann die Auffassung der Bahn-Planer nicht nachvollziehen und berichtete von Gesprächen mit unabhängigen Experten und Fachberatern, die eine unterirdische Verknüpfungsstelle durchaus für umsetzbar halten.

In Abhängigkeit der erforderlichen Betriebszustände, kann die Planung durchaus aufwendig sein und unter Umständen eine Anpassung des momentan geltenden Regelwerks für Tunnelanlagen erfordern.

Katastrophale
Auswirkungen

Allerdings sollte auf Basis der aktuellen Sachlage das Thema weiterverfolgt werden, da eine oberirdische Ausführung an der engsten Stelle des Tals, katastrophale Auswirkungen auf Mensch und Natur hätte, so der Gemeinderat.

Hierzu soll nun von den Inntal-Gemeinden eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben werden, an der sich die Gemeinde Nußdorf mit 10000 Euro beteiligen will. Der entsprechende Antrag wurde jetzt im Gemeinderat mit 13:1 Stimme angenommen.

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