Griesstätt – Ohne Diskussion wurden in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan für 2022 mit 10:1 Stimmen beschlossen. Martin Hofmeister (Grüne) lehnte allerdings die Vorlage als zu unökologisch und nicht nachhaltig genug in dieser Form ab, ebenso als Einziger den Finanzplan und das Investitionsprogramm. Eine Präsentation, vorgetragen von Kämmerer Josef Furtner, hatte im Vorfeld den Anwesenden die wichtigsten Daten und Entwicklungen, auch für die nächsten Jahre, anschaulich aufgezeigt.
Kredite
werden nötig
Mit seinem Gesamtvolumen von 11469150 Euro (Vorjahr 6586280 Euro) sticht dieser Rekordhaushalt 2022 dabei aus der Reihe seiner Vorgänger deutlich heraus. Grund hierfür sind vor allem die Investitionen für den laufenden Breitbandausbau, die sich im Vermögenshaushalt allein im Bereich ‚weiße Flecken‘ derzeit auf 2255300 Euro, im Bereich ‚Gigabit‘ auf 917100 Euro summieren. An effektiven Kosten fallen für die Gemeinde dabei allerdings durch die Förderpakete nur knapp 100000 Euro an Eigenleistung an. Der im Vergleich zum Vorjahr um knapp 1,2 Millionen angewachsene Verwaltungshaushalt in Höhe von insgesamt 6666000 Euro, speist sich vor allem aus den trotz Corona gestiegenen Einnahmen aus der Gewerbesteuer (plus 279000 Euro), den Schlüsselzuweisungen (plus 100412 Euro) und der Einkommenssteuer (plus 78000 Euro). Demgegenüber stehen als größte Ausgabenposten die zum Vorjahr um knapp 174000 Euro auf 2677400 Euro gestiegenen Personalausgaben, die 1443400 Euro Kreisumlage, knapp 300000 für den Unterhalt von Straßen, Gebäuden und Grundstücken, die 200000 Euro Zuführung zum Vermögenshaushalt sowie eine ähnlich hohe Schulverbandsumlage. Ohne neue Schulden aufzunehmen geht das alles allerdings heuer nicht. Zwar werden knapp 200000 Euro alter Schulden getilgt, für 2022 muss aber eine Million Euro neu aufgenommen werden. Für die folgenden Jahre sind dann bis 2025 weitere Kredite nötig, um die Pflichtaufgaben der Gemeinde erfüllen zu können.
Klärbecken
ist geplant
Dazu kommt die ausgelagerte Finanzierung des Kindergartenneubaus über das Forward-Darlehen, welches erstmals 2021 mit eingerechnet wurde. Hierfür müssen 182800 Euro getilgt werden. Der Schuldenstand wächst so von 2013726 Euro in 2021 auf 2633401 Euro in diesem Jahr.
Für 2023 und die folgenden Jahre wird vor allem zunächst weiter der Breitbandausbau mit über 2,5 Millionen in den Haushalten auftauchen. Dazu steht mit etwa 1,2 Millionen voraussichtlicher Kosten die Erneuerung des Klärbeckens in der Kläranlage an. Auch beim Kindergarten an der Schmiedsteige, für ein Feuerwehrfahrzeug und für die neue Murnbrücke kommen bis 2025 wegen nicht weitergehender Bezuschussung größere Ausgaben auf die Gemeinde zu.