Rohrdorf – Der Freistaat klinkt sich aus, Rohrdorf greift ein. So könnte man einen einstimmig gefassten Beschluss des Rohrdorfer Gemeinderates überschreiben, in dem es um Förderungen privater Fotovoltaikanlagen geht. Was der Gemeinderat plant.
Bis April gab es staatliche Zuschüsse, wenn Privatleute auf ihren Häusern Fotovoltaikflächen installierten. Der dafür vorgesehene „Topf“ ist aber bereits erschöpft, die Förderung deshalb zumindest vorübergehend zu ihrem Ende gekommen. Wann und ob das Förderprogramm noch einmal aufgelegt wird, ist derzeit unsicher.
Bürgermeister
sind sich einig
Für die Gemeinde ist das der Anstoß, um mit eigenen Mitteln aktiv zu werden. Schon auf der Sitzung im April war es um alternative Formen der Stromerzeugung gegangen, damals um großflächige gewerbliche Solarparks. Ein Weg, dem man sich mittelfristig wohl nicht verschließen kann, so die Überzeugung des Gemeinderats. Wichtig sei aber auch das Potenzial, das auf privaten Dachflächen schlummere, nicht brachliegen zu lassen (wir berichteten). Die drei Rohrdorfer Bürgermeister – Simon Hausstetter (Bürgerblock) Maria Haimmerer (CSU) und Martin Fischbacher (Bürgerblock) waren sich auf ihrer letzten internen Sitzung deshalb einig, dass ein Stopp der Förderung für private Anlagen zur Unzeit käme. Mittel, um selbst tätig zu werden, hat die Gemeinde noch in diesem Jahr, ohne dass dafür in den Haushaltsplan eingegriffen werden müsste. Zehntausend Euro sind für die Förderung privater Solaranlagen vorgesehen, die aber schon im letzten Jahr mangels Nachfrage kaum angetastet worden waren. Diese Mittel wären einfach umzulenken.
Nachdem die drei Bürgermeister übereingekommen waren, diesen Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderats-Sitzung zu nehmen, stellte sich heraus, dass sich der Gemeinderat Markus Unterseher (FWB Höhenmoos-Achenmühle) diesbezüglich ebenfalls Gedanken gemacht und einen fertigen Antrag bereits in der Schublade liegen hatte. Er stellte seine Überlegungen dann auf der letzten Sitzung vor. Demnach soll sich die gemeindliche Förderung hinsichtlich der Inhalte wie auch der Formulierungen eng an die ausgelaufene staatliche Förderung anlehnen. Das macht ihre Durchführung für Bürger und die Verwaltung einfach.
Gefördert werden sollen vor allem Anlagen in Privathaushaltsgröße, also im Bereich von fünf bis ungefähr elf Kilowatt. Die entsprechende Förderungssumme liegt dann – wie schon beim staatlichen Paket – im Bereich von 500 bis etwa 1100 Euro. Wesentliche Voraussetzung für die Förderung ist, dass ein Batteriespeicher mitinstalliert wird. Denn nur dann ist der selbst erzeugte Strom für den jeweiligen Haushalt auch tatsächlich effektiv zu nutzen.
Die gemeindeeigene Förderung soll dabei nicht auf dieses Jahr beschränkt bleiben, für das nächste Jahr will man von vornherein entsprechende Mittel in den Haushalt einstellen.
Notwendige
Energiewende
Der Beschluss des Gemeinderates reicht aber über diese eine konkrete Maßnahme noch hinaus. In ihm ist auch festgehalten, dass sich der Umweltausschuss in seiner nächsten Sitzung mit weiten Förderungsmöglichkeiten für alternative Energieformen beschäftigen wird. Ziel ist es, auch darüber war man sich einig, die Notwendigkeit einer Energiewende in Rohrdorf noch stärker ins Bewusstsein zu rufen. Das geht, so die Überzeugung des Gemeinderates, am einfachsten, wenn konkrete Umsetzungsmöglichkeiten vorgeschlagen und mit finanziellen Anreizen verbunden werden.