Die grellen Lichter von Oberaudorf

von Redaktion

Entwicklungsausschuss berät über die Straßenbeleuchtung in der Gemeinde

Oberaudorf Energiesparende Laternen, die weder Fußgänger blenden, noch den Anwohnern in die Wohnung leuchten und gleichzeitig eine verkehrssichere Straße garantieren. Das ist das Ziel der Gemeindeverwaltung in Oberaudorf. Zu diesem Zweck hielt ein Experte für Straßenbeleuchtung einen Vortrag im Ausschuss für Dorfentwicklung, Umwelt, Landwirtschaft, Soziales und Tourismus und erklärte, was für Möglichkeiten es auf diesem technischen Gebiet gibt. Das Ergebnis: Gerade auf der grell beleuchteten Rosenheimer Straße soll sich etwas tun.

Betrieb kostet
rund 50000 Euro

„Wir geben für unsere Straßenbeleuchtung rund 50000 Euro im Jahr aus. Das können wir optimieren“, meint der Oberaudorfer Bürgermeister Matthias Bernhardt. Aus diesem Grund kam Thomas Grigull von der Lichttechnikfirma Schreder aus Garmisch Patenkirchen angereist und gab im Dorfentwicklungsausschuss einen Einblick in die Welt der Leuchtmittel und Lampen.

„Es gibt fünf Dinge, die es zu beachten gilt. Die Licht- und Elektrotechnik, die Ökologie, rechtliche Normen und den technischen Support“, meint Grigull, der seit rund zehn Jahren als Gebietsverkaufsleiter arbeitet. Was die Technik betrifft, gäbe es mittlerweile tausende Möglichkeiten. Rund 27 unterschiedliche Linsen sowie Leuchtmittel mit einer Stärke zwischen 1 bis 350 Ampere machen es laut Grigull für den Laien schwer, die passende Straßenbeleuchtung zu finden. Daraufhin wurde im Ausschuss die Frage aufgeworfen, inwieweit die Verwaltung per Gesetz überhaupt verpflichtet ist, für die Beleuchtung in Oberaudorf zu sorgen.

„Grundsätzlich haben wir nur eine Verpflichtung, die Radwege zwischen den Ortsteilen zu beleuchten“, ist die Antwort des Bürgermeisters. Alles andere gilt gemäß Artikel 51 des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes als eine Empfehlung, die Straßen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit zu beleuchten.

Für Grigull gilt daher der Grundsatz: „So viel wie nötig und so wenig wie möglich zu machen.“ Als Beispiel nennt der Lichttechniker die Straße zwischen Ober- und Niederaudorf. „Dort brauchen wir keine Beleuchtung für die ganze Straße, sondern lediglich eine sichere Ausleuchtung, wenn ein Fußgänger oder Radfahrer dort entlang kommt.“ Eine moderne Lösung wäre hier eine Reihe von Laternen, die über Sensoren die Umgebung wahrnehmen sowohl vor als auch hinter dem Passanten den Weg beleuchten. So ließen sich laut Grigull Energie und auf lange Sicht auch Kosten sparen. Doch nicht alle Einwohner sehen die Notwendigkeit, unbedingt in neue Technik zu investieren. „Wir brauchen für Oberaudorf keine Vollausleuchtung der Fahrbahn im Ort, sondern ein gemütliches für die Fußgänger“, meint Dr. Martin Schmidt-Achert.

Er wohnt seit sechs Jahren in der Gemeinde und wandte sich bereits im März 2021 an den Bürgermeister, um ihn um einen Rückbau der „grellen Peitschenlampen“ in der Rosenheimer und Bad-Trissl-Straße zu bitten. „Die erleuchten nicht nur die Straßen, sondern die anliegenden Schlafzimmer gleich mit“, meint Schmidt -Achert, der sogar anbot, für den Rückbau Geld einzusammeln.

Neue Modelle sparen bis zu 70 Prozent

Der Bürgermeister reagierte auf den Vorschlag und will nach dem Fachvortrag die Lampen an den beiden Hauptstraßen in der Nacht dimmen lassen. Das Gemeindewerk Oberaudorf hat daher bereits den Auftrag erhalten, die einzelnen Laternen dementsprechend einzustellen. Für die Zukunft ist zudem die Überlegung, die älteren Lampen nach und nach mit den von Grigull beschriebenen Modellen umzurüsten. Denn mit so einer automatischen Regelung der Lichtstärke ließe sich nachts bis zu 70 Prozent Energie einsparen.

Wie viel genau die Umrüstung kostet und welche Schritte dafür wann erfolgen sollen, steht laut Bernhardt noch nicht genau fest. In der Zwischenzeit bot der Bürgermeister jedoch an, sich in einem persönlichen Gespräch mit Schmidt-Achert auszutauschen. „Es wäre schön, wenn sich bald etwas tut“, meint dieser. Er freue sich über die Rückmeldung und ist gerne bereit, sein Anliegen im Rathaus zu unterstreichen.

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