Kiefersfelden – Mit einem herzlichen „chin-chin“ stießen die Vorsitzende des Damville-Komitees, Gerlinde Reiter, und der stellvertretende Bürgermeister Sepp Goldmann auf die gerade vorgenommene Enthüllung der „Damville-Infotafel“ an. Sie erzählt in chronologischer Abfolge von den ersten zarten Banden der deutsch-französischen Freundschaft bis hin zur gefestigten Partnerschaft, die jetzt schon mehr als 50 Jahre hält. Dazu zeigt sie die regionalen Gegebenheiten und Schönheiten der beiden Partner auf.
Aus Leid wurde Gemeinsamkeit
Angefangen hatte alles im Zweiten Weltkrieg, als ein französischer Kriegsgefangener sich in Kiefersfelden mit Bauern, bei denen er arbeiten musste, anfreundete und diese Freundschaft auch nach Kriegsende weiter pflegte und intensivierte. Dies nahm dann die Gemeinde Damville, ein Ort der französischen Gemeinde Mesnils-sur-Iton in der Normandie mit gut 2000 Einwohnern, zum Anlass, Ende der 60er-Jahre Kontakt mit Kiefersfelden aufzunehmen. Im Jahre 1971 wurde die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Der Ursprung einer der ältesten Städtepartnerschaften Europas.
Die beiden Gemeinden besuchen sich in regelmäßigem Turnus und die Komitees leisten schon seit Jahrzehnten hervorragende Arbeit in Sachen länderübergreifende Freundschaft und Bürgerverständigung.
Aktuell gehören dem Kieferer „Damville-Komitee“ 102 Mitglieder an. Neben vielen persönlich-privaten Kontakten wird seit vielen Jahren die Freundschaft in ständigem und abwechselndem Zyklus erneuert. Auch bieten die Kieferer Partner regelmäßig im Ort „Französisch-Kurse“ an und für das nächste Jahr ist ein Besuch der Freunde in der Normandie eingeplant.
Die eingeweihte Schautafel zeige daher ein „sichtbares Zeichen der Freundschaft, der Verbundenheit mit der französischen Gemeinde Damville“, so Reiter. Besonders dankte die Vorsitzende der Gemeinde Kiefersfelden, die die Kosten übernommen hatte.
Die Idee zur Tafel „war durch unser Mitglied Steven Landgreen an uns herangetragen und sofort aufgenommen worden“, sagt Reiter.
Der stellvertretende Bürgermeister Sepp Goldmann dankte im Namen der Gemeinde „für die Initiative und auch die Arbeit, die das Komitee andauernd übernimmt, um die deutsch-französische Freundschaft zu erhalten und zu intensivieren.“ Und nicht nur für ihn ist „das ein schöner Platz für die Infotafel“, zumal hier am Rande der gerade bunt-blühenden gemeindlichen Blumenwiese vor dem Rathaus auch schon eine partnerschaftliche Ruhebank sowie ein Gedenkstein stehen und natürlich auch die vor zwei Jahren feierlich eingeweihte „Damville-Promenade“ direkt vorbeiführt.
Ein „weithin
sichtbares“ Zeichen
Ehrenpräsident Toni Matousek fand „diese Idee, unsere Partnerschaft weithin sichtbar zu machen, besonders gut gelungen.“ Zusammen mit seiner Nachfolgerin im Amt wollen die beiden ein von dieser Feier gedrehtes Video „zu unseren französischen Freunden schicken.“ Nach der offiziellen Enthüllung der Infotafel verweilten die Gäste bei Snacks und erfrischenden Getränken noch lange in anregenden Gesprächen und ließen sich dazu von den einschmeichelnden Klängen der „clarinet Jazzcorp“ musikalisch verwöhnen.