Neun Stationen, neun Themen, neun Stelen

Glaubensperlen zwischen Feld und Wiese

von Redaktion

Besinnungsweg mit neun Stationen nördlich von Baierbach entstanden

Stephanskirchen – Ostern 2020 fiel aus. Ostern 2021 auch. Zumindest in den Kirchen landauf und landab. Corona hatte die Welt im Griff. „Gerade in so einer Situation gibt mir der Glaube Kraft“, sagt Kerstin Frisch. Sie war, wie viele andere, zu der Zeit oft draußen in der Natur unterwegs. Und aus dem Zusammenspiel von „draußen unterwegs“ und ihrem Glauben kam der damaligen Pfarrverbandsvorsitzenden die Idee, einen Besinnungsweg zu gestalten.

Einen Weg, den jede und jeder im eigenen Tempo gehen, an dem jeder und jede den eigenen Schwerpunkt setzen kann. Bei ihren Kollegen im Pfarrverbandsrat lief Kerstin Frisch genauso offene Türen ein, wie bei Pfarrer Fabian Orsetti.

Den Pfad bewusst
offen gestalten

So schnell, wie erhofft, ging es dann mit dem Besinnungsweg leider nicht weiter. Zwar fand sich im Pfarrverband rasch ein siebenköpfiges Team zusammen, das sich gemeinsam mit dem Pfarrer um das Projekt kümmerte. Und sich recht bald auf „Glaubensperlen“ als Überschrift über den Besinnungsweg einigte. „Wir wollten den Weg und seine Stationen bewusst eher offen gestalten“, so Kerstin Frisch, denn jeder Mensch habe andere Schwerpunkte. „Und so konnte jede Gruppe das präsentieren, was ihr am Glauben wichtig ist“, fügt Pfarrer Fabian Orsetti an.

Es sollten nicht nur Gruppen aus dem Pfarrverband sein, „wir wollten, dass jeder mitmachen kann“, sagt Kerstin Frisch. Denn allzu katholisch-kirchlich sollte der Besinnungsweg nicht werden. Und das Pfarrverbandsteam wollte den Vereinen und Gruppen in der Gemeinde Stephanskirchen dadurch auch eine Möglichkeit geben, trotz Corona-Lockdown etwas Vereinsleben zu haben, bei der gemeinsamen Arbeit im Freien.

Diese Möglichkeit nahm nur der Obst- und Gartenbauverein Stephanskirchen wahr, gestaltete eine Glaubensperle zum Thema „Natur“. Und zwei Familien beteiligten sich – mit den Glaubensperlen „Schöpfung“ und „Frieden“. Zur großen Freude von Pfarrer Orsetti machte auch die evangelische Kirchengemeinde Stephanskirchen mit, gestaltete die „Taufe“.

Dass der Besinnungsweg in Baierbach entstehen kann, war relativ schnell klar. Denn alle betroffenen Grundeigentümer waren, so Kerstin Frisch, sehr zugänglich. Toni Forstner, selbst Baierbacher, hatte den Stamm einer 200 Jahre alten Birne und fertigte daraus – und aus Weidengeflecht-Kugeln als Perlen – die Stelen. Die die Bauhof-Mitarbeiter aufstellten. „Großartig“ findet Orsetti diese Unterstützung.

Das Umfeld der Stelen gestalteten dann die Gruppen. „Da entstanden in den Teams Ideen, die einer alleine sicher nicht hat“, freut sich Kerstin Frisch. Und auch die Standorte wurden, so weit das möglich war, passend gewählt. So bietet Station 3, die „Weite“, eben auch einen weiten Blick bis in die Berge.

„Etwas Wohltuendes
für die Seele“

Ja, es hat länger gedauert, als ihr lieb war, aber Kerstin Frisch ist dankbar, dass so viele Stephanskirchener mitgemacht haben. Und sie ist vom Ergebnis, vom Besinnungsweg bei Baierbach, begeistert: „Da ist etwas sehr Schönes entstanden.“ Findet auch Pfarrer Orsetti und fügt an: „In einer Zeit mit so viel Unruhe, mit Pandemie und Krieg, hat so ein Angebot auch etwas Wohltuendes für die Seele.“

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