Drei Kilometer Geschichte

von Redaktion

Mario Kögl macht auf einem Rundgang in Bad Endorf die Römerzeit lebendig

Bad Endorf – Ein geführter Rundgang zu den kaum bekannten Plätzen der Dorfentstehung ab der Römerzeit bereichert seit diesem Jahr das Angebot der Marktgemeinde Bad Endorf. Dabei erwarten Bürger und Touristen einige Überraschungen.

Erst vor wenigen Jahren konnte wissenschaftlich mit den Geophysikalischen Prospektionsmethoden nachgewiesen werden, was lange Zeit nur eine Vermutung war: Der Markt Bad Endorf dürfte in seiner frühen Phase im Kern aus einem großen landwirtschaftlichen Gutshof (villa rutica) der römischen Kaiserzeit vor rund 2000 Jahren entstanden sein. Der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannte archäologische Forschungs-Ergebnisse wurden nun aktuell zusammengetragen.

Dokumente und
Bildzeugnisse

Der Rundgang geht rund drei Kilometer um das Flurstück des ehemaligen Anwesens am „Eisenbartlinger Hang“. Mario Kögl präsentiert die historischen Fakten leicht verständlich für die Teilnehmer. Er hat erfolgreich an der Schulung zum lizenzierten Gästeführer der Römerregion Chiemsee teilgenommen.

Der Endorfer Mario Kögl ist bereits lange sehr an der Geschichte seines Ortes interessiert und hat mittlerweile schon einige historische Bildzeugnisse und Dokumente zusammengetragen. Er arbeitet eng mit dem Heimat- und Geschichtsverein Bad Endorf zusammen.

Die nächste kostenlose Führung findet bereits am Freitag, 3. Juni, von 14 bis 15.30 Uhr statt. Treffpunkt ist am Parkplatz der evangelischen Dreieinigkeitskirche an der Martin-Luther-Straße 11 in Bad Endorf.

Dort befinden sich auch zwei neue Infotafeln über die Römerregion Chiemsee und ein Bodenlabyrinth. Die Gemeinde empfiehlt den Teilnehmern, ein Fernglas mitzunehmen, um entferntere, markante Geländepunkte und -verläufe besser erkennen zu können. Auch ein QR-Code-fähiges Smartphone im Gepäck ist sinnvoll, da somit weitere Infoquellen erfasst werden könnten. Ergänzendes Infomaterial wie Faltblätter und Broschüren der Römerregion Chiemsee können Teilnehmer kostenlos erhalten.

Nach der Veranstaltung, die nur bei guter Witterung stattfinden kann, ist auch eine anschließende Einkehr im historischen Hofcafé Schwemmer in Eisenbartling möglich. Wer an der Führung teilnehmen möchte, soll sich bei der Tourist- Info unter der Telefonnummer 08053/300850 oder per E-Mail an info@bad-endorf.de anmelden.

Die weiteren drei Termine sind am Freitag, 5. August, 16. September und 7. Oktober. In den nächsten beiden Jahren werden zwei besondere historische Jubiläen in Bad Endorf gefeiert: Im Jahr 2023 die 50 Jahre Markterhebung und 2024 besteht die Gemeinde bereits 1100 Jahre. Deshalb eignen sich diese geschichtlichen Rundgänge zur Dorfentstehung auch in Hinblick auf die Einstimmung auf die kommenden historischen Ortsjubiläen. Denn so können Teilnehmer auch erfahren, dass der Ortsname Endorf zur Zeit der Karolinger entstanden ist. Die ursprüngliche Schreibweise war Zennidorf und wurde zu Ennidorf. Endorf wurde die Gemeinde erstmals in einer Urkunde von 924 nach Christus genannt. Diese Rihni-Urkunde entstammte aus der Salzburger Urkundensammlung „Codex Odalberti“.

„Erfahrbare“
Historie

In der Rihni-Urkunde wurden die Kirchen Zennidorf und Antwurti, also Endorf und Antwort erwähnt. Mit der Eingemeindung von Mauerkirchen-Antwort im Jahre 1971 folgte 1973 die Markterhebung von Endorf. Mit der Bahnanbindung vor über 160 Jahren begann das starke Wachstum der Gemeinde.

Letztendlich kam dann 1987 der Titel „Bad“ noch als Krönung dazu. Die Heimatgeschichte-Rundgänge von Mario Kögl machen den historischen Werdegang von Bad Endorf laut der Gemeinde „lebendig und erfahrbar“.

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