Nußdorf-Kirchwald – Die heutige Ausstattung der Kirche Mariä Heimsuchung mit den drei Altären und einer Kanzel im Rokokostil entstand vor 300 Jahren. In der Mitte des Hochaltars ist das Gnadenbild, eine Kopie der Maria Schnee Darstellung aus Rom – eine byzantinische Ikone – in einen prachtvollen Strahlenkranz eingearbeitet. Im Zuge des Weihejubiläums, das unter dem Motto „Maria hat geholfen! – 300 Jahre Weihejubiläum Kirchwald“ gefeiert wird, kommt ein weiterer moderner Altar hinzu. Er wurde vom örtlichen Glaskünstler Florian Lechner gestaltet. Am kommenden Sonntag, 3. Juli, um 10 Uhr findet in Kirchwald ein Festgottesdienst mit Altarweihe statt, der von Weihbischof Wolfgang Bischof zelebriert wird. Nußdorfer Kirchenpfleger Dr. Hans Hausner erzählt den OVB-Heimatzeitungen was alles geplant ist.
Warum benötigt die Wallfahrtskirche einen neuen, vierten Altar?
Von einem neuen vierten Altar kann man eigentlich nicht, oder nur bedingt sprechen. Bereits seit Jahrzehnten stand ein relativ großer und schlichter Holzaltar im Chorraum der Wallfahrtskirche und versperrte den Blick auf die kürzlich renovierte barocke Kommunionbank sowie auf den Hochaltar. Die jetzige Konstruktion, die fast schwebend im Raum steht, ermöglicht wieder die Transparenz, die dem ursprünglichen Kirchenbau innewohnt und erfüllt zudem sämtliche liturgischen Anforderungen eines Zelebrationsaltares.
Wie läuft die Weihe ab?
Die Weihe des Altares geschieht zu Beginn des Festgottesdienstes. Vor der ersten Eucharistiefeier wird der Altar mit Weihwasser besprengt, dann wird der Altar mit Chrisam gesalbt und auf dem Altartisch werden in kleinen Schalen kreuzförmig angeordnete Wachsdochte und Weihrauch entflammt. Von der Osterkerze ausgehend werden anschließend alle Kerzen im Kirchenraum entzündet.
Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie am kommenden Sonntag?
Das kann man nie so genau vorhersagen. Aber bei schönem Wetter werden viele Gläubige zum Kirchwald hochpilgern, sodass alle Sitzplätze in der Kirche besetzt sein werden. Wir möchten eine audiovisuelle Übertragung ins Freie durchführen, damit niemand vergeblich den Aufstieg gemacht hat. Anschließend gibt es für die Besucher eine Brotzeit im Stil der goldenen Samstage beim Stadel vom Schneiderwirt, Kaffee und Kuchen und dazu musikalische Unterhaltung. Um der Weihe einen festlichen Rahmen zu verleihen, werden alle Ortsvereine gebeten Fahnenabordnungen für diesen Gottesdienst zu entsenden.
Welche Veranstaltungen sind zudem geplant?
Das Festwochenende, auch Triduum genannt, beginnt mit einer geistlichen Abendmusik am Freitag um 19 Uhr mit dem Kirchenchor St. Vitus sowie Musikgruppen aus Neubeuern und Nußdorf.
Schwerpunkt werden Lieder zu den Lebensstationen Mariens sein. Der Samstag steht im Zeichen der ewigen Anbetung: Das Allerheiligste wird ausgesetzt und im Laufe des Tages werden vier Andachten mit unterschiedlichen Themen gestaltet.
Interview: Volkhard Steffenhagen