Nußdorf – Wie zu früheren Zeiten, als noch große Pilgergruppen den Kirchwald aufsuchten, mussten zahlreiche Besucher den Gottesdienst zur Altarweihe vor der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung verfolgen. Der von Weihbischof Wolfgang Bischof zelebrierte Gottesdienst wurde mittels Bild- und Tontechnik nach Außen übertragen.
Der neue Altar steht auf sechs dreieckigen Glasstelen. Diese sind an einer schmalen, hölzernen Bodenplatte befestigt und führen zu der sechseckigen Altarmensa, die aus Eichenholz gefertigt ist. Darunter befindet sich ein Hohlraum, in dem Reliquien bestattet wurden. Der Ambo (Lesepult) befindet sich links nahe der Chorstufe. Die hölzerne Buchauflage wird von zwei adäquat gestalteten gläsernen Pfeilern getragen.
Uralte Zeremonie
bis heute bewahrt
Zu Beginn einer uralten Zeremonie, die in der Tradition der Kirche bis auf den heutigen Tag bewahrt wird, wurden Altar und Ambo mit gesegnetem Wasser besprengt. „Das erinnert an die Taufe, durch die wir in die Kirche aufgenommen werden“, beschreibt Weihbischof Wolfgang Bischof diese Handlung, als ein Zeichen der Reinigung.
Der Weihbischof begann seine Handlung zunächst mit dem Ambo, „denn von hier aus wird das Wort Gottes verkündet – aus den Schriften das Alten und Neuen Testamentes. Ein Ort, an dem irgendein Wort mitten unter uns ist. Die Liturgiker nennen diesen Ort auch den Altar des Wortes.“
Altäre wurden laut Bischof immer an besonderen Orten errichtet. In der Glaubensgeschichte der katholischen Kirche verbinden sie sich dann mit Orten, an denen Heilige in besonderer Weise verehrt werden, zum Beispiel über ihren Gräbern. „Es ist eine große Ehre für diesen Ort, dass es bedeutende Reliquien sind, die hier bestattet werden,“ sagte der Weihbischof. Es sind Reliquien des heiligen Korbinian von Freising, des Patrons des Erzbistums München und Freising und die des großen Bischofs, dem seligen Otto, Bischof von Freising, die im Rahmen der Zeremonie unter dem neuen Altar beigesetzt wurden.
Dann wurde der Altar gesalbt. Dazu wurde das Öl verwendet, mit dem alle katholische Christen in der Taufe oder der Firmung gesalbt werden. Schließlich wurden auf dem Altar fünf Lichter entzündet, die die Begeisterung des Glaubens symbolisieren, von der die Menschen angesteckt werden.
Allgegenwärtig der Weihrauch, der seinen symbolischen Schwerpunkt im Hinblick auf Reinigung, Verehrung, Gebet und als ein Zeichen der Gegenwart Gottes hat und der Gemeinde für einen Augenblick die Sicht auf den Altar nahm.
Doch kurz darauf begann der gläserne Altar im Licht der einfallenden Sonne zu strahlen. Großer Dank galt Florian Lechner, dem Künstler aus dem Nußdorfer Ortsteil Hinterberg, der dieses Werk entworfen und gefertigt hat und dem Schreiner Karl Pichler.
Für die kirchenmusikalische Begleitung sorgte der Nußdorfer Kirchenchor unter Leitung von Renate Pröbstl. Die Orgel spielte Pia Hausner. Nach der Weihe konnten sich die Besucher bei einer zünftigen Jause stärken. Dazu spielte die Nußdorfer Musikkapelle auf.
Freiluftausstellung bis Oktober im Kirchwald
Unter dem Titel „Maria hat geholfen! – 300 Jahre Weihejubiläum Kirchwald“ kann eine Freiluftausstellung im Kirchwald noch bis in den Oktober hinein besichtigt werden. Dazu ist im Verkehrsamt Nußdorf, in der Klause im Kirchwald sowie bei verschiedenen Nußdorfer Geschäften eine Broschüre erhältlich.
Weitere Informationen gibt es unter www.pv-neubeuern-nussdorf.de oder unter www.nussdorf.de.