Was bleibt, ist die Begeisterung

von Redaktion

Nach zwei Jahren Corona-Pause kommen über 4000 Trachtler zum Gaufest in Hochstätt

Schechen/Hochstätt – Hoch her ging es am Gaufestsonntag in Hochstätt in der Gemeinde Schechen und beim Bayerischen Inngau-Trachtenverband, als Trachtlerinnen und Trachtler sowie Blasmusikanten sich zum 75. Geburtstag des Festvereins „Almarausch“ Hochstätt und zum 102. Gautrachtenfest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes versammelten. Ideales Wetter herrschte beim Kirchenzug, beim Gottesdienst in Ziegelreuth und beim nachmittäglichen Festzug.

Zwei Pfarrer
beim Wort-Duell

„Vor drei Jahren waren wir letztmals bei einem Gaufest zusammen. Seither haben wir eine neue Bundesregierung, einen neuen Landesvorsitzenden, und auch ich bin neu. Was aber blieb, das ist die Begeisterung, dabei zu sein“, sagte Gauvorsitzender Pankraz Perfler.

So hatten sich für den Sonntag über 4000 Trachtler angemeldet. Beim Gaudirndldrahn am nächsten Sonntag sind es, so Perfler, sogar mehr Anmeldungen als vor Corona. Perflers Dank galt dem Festverein und der Gemeinde für die in kurzer Zeit gemeisterten Vorbereitungen, aber auch den Trachtenvereinen von Ostermünchen und Nußdorf am Inn. Denn deren Vorbereitungsleistungen konnten wegen der von Corona erzwungenen Absagen nicht gewürdigt werden. Im nächsten Jahr wird das Inngau-Trachtenfest in Pfaffenhofen sein, für 2024 ist Perfler noch auf der Suche. Wer auch immer seinen Verein fürs Gaufest ins Gespräch bringe, „dem gebe ich schon mal von mir eine Mass Bier“.

Den Gottesdienst gestalteten der Kirchenchor Hochstätt und die Festmusikkapelle Hochstätt. Erstmals gefeiert wurde dieser in ökumenischer Gemeinschaft vom katholischen Pfarrer Herbert Aneder vom Pfarrverband Pfaffenhofen und vom evangelischen Pfarrer Richard Graupner aus Großkarolinenfeld. Pfarrer Aneder hatte anfangs über den evangelischen Kollegen gescherzt: „Er ist Trachtler, ich nicht. Aber er ist Preuße, und ich bin Bayer.“

Darauf antwortete Graupner: „Heute und hier sind wir eine Gemeinschaft, selbst stamme ich aus Sachsen, habe in Tutzing Freundschaft mit dem Historischen Trachtenverein geschlossen und bin mit meiner Familie ganz in der Brauchtumspflege aufgegangen.“ Die Geistlichen betonten die unzertrennliche Verbundenheit von Tracht und Glaube. Graupner übrigens trug seine Lederhose unter dem Talar. Nach Gottesdienst und Bayernhymne bedankten sich die Festleiter Katharina Schildhauer, Christoph Gruber und Vitus Altendorfer auch im Namen vom Vorsitzenden Alfons Altendorfer bei der Dorfgemeinschaft. Bürgermeister Stefan Adam von der Gemeinde Schechen dankte für die Riesenarbeit der Hochstätter. „Hut ab vor Eurem Mut, Eurer Kraft und vor Eurer Jugend.“

Landrat Otto Lederer erinnerte an den Empfang der G7-Staatsgäste in München. „Ihr macht das nicht oberflächlich, sondern weil ihr eure Tracht mit gestandenen Werten und in christlicher Verbundenheit tragt.“

Blasmusik und Darbietungen der Trachtler auf der Bühne inmitten des Festzeltes sind Tradition. Dabei zeigten sich unter anderem der Festverein mit dem Auftanz der Kinder, mit der Jugend und den Aktiven sowie die Aktivengruppen von Pfaffenhofen, Vogtareuth, Emmering, Rott, Pang und dem Patenverein Raubling sowie die Mitglieder der Gaujugend- und Gaugruppe.

Der Himmel
passend weiß-blau

Gauvorstand Pankraz Perfler freute sich über den Besuch von Ehrengästen, so begrüßte er neben Landrat Otto Lederer Vertreter der umliegenden Kommunen und befreundeter Vereine, die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig sowie die Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Thomas Huber. Der Trachtenverband war mit dem Landesvorsitzenden Günter Frey vertreten.

Weiß-blauer Himmel überwölbte den Festzug durch den geschmückten Ort, die Festwägen und Festkutschen mit ihren Pferden rundeten das Bild der Trachtler und Blasmusikanten ab. Die nächsten Veranstaltungen in Hochstätt sind am heutigen Montag das Kesselfleischessen, am Freitag das Weinfest, am Samstag das „Brettlspitzen-Kabarett“ (mit Vorverkauf) und am nächsten Sonntag das Gaudirndl-drahn.

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