Wünsche und leise Kritik

von Redaktion

Bürgerversammlung in Stephanskirchen

Stephanskirchen – Wie entwickelt sich der Wasserpreis, was ist mit dem Bahnhalt, wird das neue Baugebiet „Haidholzen Südost“ konsequent ökologisch, können Fußgänger und Radfahrer die Brücke über die Rohrdorfer Ache benutzen und was tut die Gemeinde bei diesem und jenem Verkehrsproblem? Die Fragen der Stephanskirchner bei der Bürgerversammlung waren ähnlich vielfältig, wie der Rückblick des Bürgermeisters auf das Jahr 2021.

Mehr Transparenz bei
Haidholzen Südost

Karl Mair (Parteifreie Bürger) hatte bei seiner ersten „Bürgerversammlung live“ Schlaglichter gesetzt. Die Planung der Erweiterung der Otfried-Preußler-Grundschule gehörte ebenso dazu, wie der Beschluss, einen behindertengerechten Badesteg in Baierbach zu errichten. Auch den Vertrag mit einem ortsansässigen Unternehmen über ein Seniorenzentrum und die Abnahme des Trinkwasserbrunnens im Ödenwald zählte Mair dazu. Und natürlich die Planung für den neuen Ortsteil Haidholzen Südost.

Dazu mussten sich Bürgermeister und Verwaltung Kritik anhören. Denn nach der Ideenwerkstatt im Herbst 2020 fühlten sich einige Bürger bei weiteren Vorgehen außen vor gelassen, hätten sich mehr Transparenz gewünscht. Was der Bauamtsleiter gut nachvollziehen konnte: Die sei beim Durcharbeiten der Ideen und der Suche nach einem neuen Planungsbüro tatsächlich vernachlässigt worden. Aber: Bei der nächsten Bürgerversammlung, die für den November geplant ist, wird Haidholzen Südost Schwerpunktthema. Bis dahin ist vielleicht auch klarer, wie ökologisch das Baugebiet tatsächlich werden kann.

Ob der Wasserpreis gleich bleibt, wenn die Gemeinde sich selbst mit Trinkwasser versorgt, wollte ein Bürger wissen. Vermutlich nicht, so Jürgen Lohse, der zuständige Mitarbeiter der Verwaltung. Der Wasserpreis ändere sich aber ohnehin ständig, da er alle vier Jahre neu kalkuliert und angepasst werde.

Zur Frage nach dem lange gewünschten Bahnhalt sagte Geschäftsleiter Dr.Andreas Uhlig, dass die Gemeinde diesen im Sommer 2019 beantragte und ihn auch im Nahverkehrsplan des Landkreises unterbrachte. In der Zwischenzeit gebe es die Idee für einen Chiemgau-Express von Aschau nach Rosenheim, mit Haltepunkt in Stephanskirchen. Eine Idee, die Verwaltung und Gemeinderat unterstützen. In der Sache sei aber Geduld gefragt.

Aus Högering kam eine Klage über rasanten Durchgangsverkehr, dort soll der elektronische Zeigefinger aufgebaut werden. Beschwerden über Lkws, die an der Abzweigung Vogtareuther Straße über den Gehweg fahren, waren der Verwaltung neu. Man werde sich der Sache annehmen. Die Hände gebunden sind der Gemeinde bei den Parkern vor der Post und der Apotheke an der Salzburger Straße: Die Fläche ist Privatgrund.

Die Kanalbrücke über die Rohrdorfer Ache für Fußgänger und Radfahrer zu öffnen ist ein öfter geäußerter Wunsch. Scheitert laut Lohse aber daran, dass sich der Grundbesitzer vertraglich ausbedungen hat, dass genau dies nicht geschieht. „Aber wir können ja mal mit ihm reden.“

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