Oberaudorf – „Dass wir den Kur- und Fremdenverkehrsbeitrag anheben müssen, ist ein klarer Auftrag des kommunalen Prüfungsverbandes – in welcher Höhe wir das tun, ist unser Ermessen.“ Mit diesen Worten stieg Bürgermeister Dr. Matthias Bernhardt (FWO) in die Diskussion mit dem Oberaudorfer Gemeinderat ein. Eigentlich sollte es nur ein Stimmungstest für die anstehenden Gespräche mit den Gastgebern des Ortes und der entscheidenden Sitzung des Finanzausschusses sein. Es entwickelte sich aber zu einem ausdauernden Austausch der Argumente über die Auswirkung einer Erhöhung.
Zwei Erhöhungen
sind geplant
Im Kern ging es um zwei Fragen, die von Teresa Funk, Leiterin der Touristinfo Oberaudorf, skizziert wurden. Erstens die Erhöhung des Kurbeitrages nach Jahren der Beitragsstabilität von 1,50 Euro auf zwei Euro unter Beibehaltung zahlreicher sozialer Ausnahmen. Zweitens die Erhöhung des Fremdenverkehrsbeitrages, dem „Bettenzehnerl“, von 0,25 auf 0,50 Euro ohne Ausnahme. Stimmen im Gemeinderat belegten anhand der Gästerückmeldungen, dass die Höhe der Kurbeiträge große Beachtung findet.
Davon zeigte sich die Mehrheit des Gremiums eher überrascht und verwies gleichzeitig auf die stetige Verbesserung des touristischen Angebotes. Fachfrau Funk untermauerte das mit den Ermäßigungen, die Hand in Hand mit der Gästekarte gehen. Beispielhaft erwähnt wurden die kostenlosen Wanderkarten, WlAN-Angebote, Wanderstöcke zum Ausleihen und geführten Wanderungen. „Besonders wichtig sind den Gästen dabei die kostenlosen Ausflugsbusse“, so Funk.
Bei den anstehenden Erhöhungen des Fremdenverkehrsbeitrags war dem Bürgermeister eines besonders wichtig: „Wir müssen den Verwaltungsaufwand für die Gastgeber weiterhin niedrig halten. Also bitte keine umständlichen Ausnahmeregelungen.“ Noch bleibt Zeit für die Beratungen. Die neuen Satzungen sollen erst 2024 zur Anwendung kommen.
Touristikleiterin Funk nutzte die Gelegenheit und stellte den Sachstand für die neuesten Aktivitäten im Bereich Fremdenverkehr vor. So läuft das Projekt „Car Sharing“ gut an, wenn es auch noch Hürden zu bewältigen gibt. „Insbesondere die MoqoApp macht den Kunden zu schaffen“, weiß Funk, „aber ohne geht ein Rund-Um-Betrieb leider auch nicht.“ Ein Highlight, das heuer noch zum Abschluss kommen wird, ist die Modernisierung des Kurparks mit neuem Spielplatz, behindertengerechten Elementen, Ruhebereichen und Wellnessliegen.
Auf gutem Weg sieht man auch das Projekt „Themenweg Auerbach“. Dort soll das Konzept im September stehen. „Zielgruppe wird dabei die Familie und auch für unseren einheimischen Nachwuchs ein Gewinn sein.“ Abhängig von der Bereitstellung der Förderungen dürfte die Fertigstellung 2023 oder 2024 anstehen.
Bereits angelaufen ist ein Fotowettbewerb, der im Resultat die Bildgestaltung eines Jahreskalenders beinhaltet. Motto: „Perspektivenwechsel in den Bergwelten Oberaudorf“. Er läuft noch bis Ende Oktober. Funk forderte auch die Gemeinderäte zur Teilnahme auf: „Es kann mitmachen, wer ein gutes Bild im Querformat besitzt.“
Kostenloser
Kulturführer
Besonders freut sich Touristikleiterin Teresa Funk über den Kulturführer, der kostenlos zur Verfügung stehen wird. „Er ist leider noch nicht vom Druck zurück – Lieferschwierigkeiten wie überall.“ In Zusammenarbeit mit dem historischen Verein und besonders Sepp Obermayer ist etwas entstanden, das insbesondere die Einheimischen ansprechen wird. Das Inhaltsverzeichnis lässt den Wert erahnen: Begegnung mit vergangenen Zeiten, unglaubliche Geschichten, prägende Persönlichkeiten und lebendige Kultur.