Intellektueller Regisseur und beschlagener Kosmopolit

von Redaktion

Multitalent Christian Doermer stirbt mit 87 Jahren am Samerberg – Beisetzung ist am 8. August

Samerberg – Christian Doermer, Schauspieler, Regisseur und Produzent, zog 1977 mit seiner Familie auf den Samerberg. Dort starb er jetzt, dort wird er auch seine letzte Ruhe finden.

„Als intellektueller Schauspieler, Filmemacher und Kosmopolit stand er schon ein wenig im Kontrast zu den Samerbergern, aber ich habe ihn immer als überzeugten Kultur- und Naturschützer erlebt und die Gespräche mit ihm sehr geschätzt“, erklärt Samerbergs Bürgermeister Georg Huber.

Doermer wurde 1935 in Rostock geboren, aufgewachsen ist er im Inntal, war Schüler im Internat Neubeuern. Seine Mutter, Ruth von Zerboni, hatte in München eine Schauspielschule. Zwar studierte Doermer zunächst – unter anderem Volkswirtschaft –, landete dann aber doch vor der Kamera. Und brach damit ein Versprechen, das er seiner Mutter gegeben hatte.

Ende der 50er-Jahre spielte er in erfolgreichen Jugendfilmen wie „Die Halbstarken“, erhielt 1961 gar das Filmband in Gold als bester Nachwuchsschauspieler. Und war in dem Jahr an einem echten Straßenfeger beteiligt, „Das Halstuch“ nach Francis Durbridge.

Doermer gehörte mit zu den Begründern des „Neuen Deutschen Films“, stand vor wie hinter der Kamera und produzierte ab den 1960er- Jahren Spielfilme und Dokus. Auch wandte er sich dem Radio zu, wo er seinen späteren Bürgermeister kennenlernte, der dort lange Jahre als Redakteur gearbeitet hat. „Da er mit seiner Produktionsfirma seit 1989 auch bei Radio Charivari das Kulturprogramm ‚Funkturm‘ moderierte, hatten wir oft Kontakt“, so Georg Huber. Das „Ensemble am Chiemsee“ hatte Doermer 1989 mit Hans Clarin und Mona Freiberg gegründet.

Doermer hinterlässt seine Lebensgefährtin sowie seine drei Kinder mit Familien. Beigesetzt wird er am 8. August am Samerberg.

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