von Redaktion

Evangelische Gemeinde Kiefersfelden/Oberaudorf will noch ökologischer werden

Kiefersfelden – Kiefersfelden und Oberaudorf sind auf der Jagd nach dem „Grünen Gockel“. „Wir sind schon länger auf dem ökologischen Weg unterwegs und wir gehen diesen auch weiter. Es lohnt sich für unsere Umwelt und auch unser Geldbeutel wird mittelfristig geschont“, so Pfarrer Günther Nun.

In der evangelischen Erlöserkirche fiel jetzt der Startschuss für das kirchliche Umweltmanagement „Grüner Gockel“ und den damit verbundenen ökologischen Umbau der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB).

Wenig Energie und trotzdem viel Freude

In der Erlöserkirche ist die Gemeinde schon dabei: „Bei den verschiedensten Aktionen haben wir versucht, so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen und dennoch Spaß und Freude zu haben, das ist uns auch gelungen“, so Nun.

Aber auch baulich habe die Gemeinde mit der großen Fotovoltaikanlage auf dem Kirchendach sowie der computergesteuerten Heizung des Gotteshauses schon erste wichtige ökologische Maßnahmen umgesetzt. „Doch das ist alles nur Stückwerk, wir wollen in der evangelischen Kirche klimaneutral werden, das ist unser großes Ziel“, führte der Geistliche weiter aus und übergab damit das Wort dem Umweltexperten der Kirche, Dr. Helmuth Häcker, der das Projekt der ELKB „Grüner Gockel“ den vielen Zuhörern näherbrachte.

Mit dem jetzigen Projektstart für Kiefersfelden und Oberaudorf will die Kirche „der ernsten Lage begegnen, denn wir kennen alle die Schlagzeilen der letzten Wochen und Monate wie Hitzewelle, Trockenheit, Waldbrände, Hochwasser, Unwetter und andere dramatische Naturereignisse“, so der Experte. „Die Lage ist ernst und wir müssen Schöpfungsverantwortung übernehmen, wollen bis zum Jahre 2035 in unserer Kirche klimaneutral werden. Dazu müssen wir uns auf den Weg machen, um das Zertifikat „Grüner Gockel“ zu bekommen“, rief er alle zum Mitmachen auf.

Dazu bedarf es aber zehn langer Schritte, vom jetzt erfolgten Projektstart bis hin zur abschließenden externen Prüfung der durchgeführten Maßnahmen. Enthalten sind eine aktuelle Bestandsaufnahme und deren Bewertung, ein lokales Umweltmanagement und vieles mehr. In einem „Audit“ wird dann noch einmal extern geprüft, ob alle zuvor vereinbarten ökologischen Schritte vollzogen und damit auch das Ziel erreicht worden ist. Die dadurch entstehenden Kosten müssen von der Kirchengemeinde grundsätzlich selbst geschultert werden. Von der Landeskirche gibt es nur eine geringe finanzielle Unterstützung.

Vor diesem Hintergrund und dem doch relativ engen Zeitfenster wurde dann auch gleich vor Ort ein Umweltteam – zunächst nur mit Pfarrer Günter Nun, Dr. Helmut Häcker und Martin Mehltretter – gegründet, das die ersten Schritte zu Erreichung des Zertifikats bereits getan hat und über weitere zielgenau beraten und beschließen wird.

Schon gleich rief aber der evangelische Pfarrer die Mitglieder seiner Gemeinde auf, sich in diesem Umweltteam mit Rat und Tat einzubringen, „zu helfen, unsere Umweltziele zu erreichen“. Natürlich lässt die Evangelische Landeskirche ihre noch nicht zertifizierten Gemeinden dabei nicht im Regen stehen, sondern fördert deren Projekte mit zusätzlichen fünf Prozent der Kosten für die Baumaßnahmen. Außerdem führen und beraten erfahrene Auditoren das haupt- oder ehrenamtliche Umweltteam der jeweiligen Kirchengemeinde bei deren Umweltmanagement, das insgesamt „umwelt- und klimafreundlich, glaubwürdig und sparsam“ sein und „die Schöpfung bewahren und Kosten senken“ soll.

Diskussion beim Gemeindefest

Nach dem jetzt erfolgten Startschuss für den „Grünen Gockel“ blieb aber noch ausreichend Zeit, das soeben Begonnene intensiv zu diskutieren und vor allem auch zu feiern. Im Rahmen des Gemeindefestes wurden dazu schmackhafte Speisen und Getränke kredenzt. Kurzweil brachten Spiele für die Kleinen und ein Umweltquiz für alle rundete den Abend ab, zu dem die Band „MEKS“ ihre musikalischen Zutaten gab.

„Grüner Gockel“ im südlichen Inntal

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