Niederaudorf – Im Spätherbst des Jahres 2010 ordnete das Staatliche Bauamt Rosenheim nach einer Begehung des Klosters Reisach die Sicherung des Eingangs zur Klosterkirche an.
Nebeneingang, Haupttor und Aufgang zum Orgelchor waren nach dem Aufbau einer Stahlkonstruktion nur mehr unter diesem Gerüst erreichbar. Bröckelnder Putz an der Nordfassade von Kirche und Turm verlangten diese Sicherheitsmaßnahme.
Ein Jahr später folgten Untersuchungen von zwei Statikern. Über Nacht und ohne Ankündigung, so der damalige Pfarradministrator Pater Bruno, wurde das Schutzgerüst abgebaut und durch eine Holzkonstruktion ersetzt. In das Mauerwerk eindringender Regen brachte Probleme, so das Argument.
Kurzfristig, so die damalige Aussage, werde eine Sanierung von Kirchturm und Nordfassade der Kirche erwartet. Die finanzielle Basis sei durch einen Zuschuss der Erzdiözese München-Freising sowie der Bayerischen Staatsregierung gewährleistet. Geschehen ist seither nichts in dieser Richtung. Nun ist auch die Holzsicherung weg, diese soll in Kürze durch eine „bessere“ ersetzt werden.
Unmut über die lange Untätigkeit herrscht bei den heimischen Bürgern sowie den auswärtigen Besuchern der Klosterkirche. Ein Unding sei es, und das Schutzgerüst koste doch sicherlich auch Gebühren. Die Sanierung der Remisen im Klosterhof Reisach wurde durch die Ortsvereine bewältigt. Schon mehrfach legte der Männerchor Reisach tatkräftig Hand an, wie beim Pavillon im Klostergarten oder beim Marienbrunnen.
Die Besitzverhältnisse von Kirche und Kloster sind sicher schwierig, aber so kann das Kleinod Klosterkirche Reisach nicht weiter präsentiert werden, ist die einhellige Meinung. Doch ohne die Zustimmung der Behörden darf kein „Pinselstrich“ erfolgen. Dass mit Eigeninitiative viel zu erreichen ist, zeigte die Kirchengemeinde Niederaudorf-Reisach erst kürzlich mit der Sanierung und Außenrenovierung der Dorfkirche Sankt Micheal in Niederaudorf.
Das Hauptschiff der Klosterkirche Reisach ist bis auf Weiteres nicht zugänglich. Laut einem Schreiben des Staatlichen Bauamtes Rosenheim braucht das Gerüst so viel Platz, dass erst nach der Notsanierung von Gewölbe und Turm wieder Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden können. al