Bad Aibling – Und auf einmal war er weg: Neun Jahre hat Wolfgang Baumann (51) die Grund- und Mittelschule St. Georg in Bad Aibling geleitet, vieles auf den Weg gebracht und sich vor allem bei dem Schul-Neubau – ein 50-Millionen-Euro-Projekt – mit großem Engagement eingebracht. Doch einziehen wird er in die so lang gewünschte Vorzeigeschule nicht mehr: Kurz vor den Sommerferien ist der Rektor ins Schulamt Rosenheim gewechselt, wo er künftig als Schulrat für die „Region Ost“ zuständig sein wird.
Herr Baumann, wie kam es, dass Sie Bad Aibling so schnell verließen?
Der Wechsel kam für viele überraschend, da er zu einem ungewohnten Zeitpunkt stattfand. Hintergrund ist der Wechsel einer Kollegin aus dem Schulamt hin zur Regierung von Oberbayern. Somit wurde diese Stelle ausgeschrieben, ich konnte mich erfolgreich bewerben und die Stelle ist „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, also 1. Juli, besetzt worden.
Sie haben den Neubau der Grund- und Mittelschule St. Georg vom ersten Augenblick an eng begleitet, konnten all Ihre Erfahrung in die Planungen einfließen lassen, haben den Bau täglich wachsen sehen. Wie sehr bedauern Sie es, im Herbst 2023 nicht dort einziehen zu können?
In einem Brief und einem Gespräch mit (Alt-)Bürgermeister Felix Schwaller im Oktober 2014 legte ich ihm dar, dass es aus meiner Sicht sehr sinnvoll wäre, aufgrund steigender Schülerzahlen und dem nicht mehr zeitgemäßen Schulgebäude, sich frühzeitig Gedanken über einen geeigneten Anbau und/oder eine mögliche Generalsanierung der Schule zu machen. Der weitere Inhalt der Geschichte ist bekannt …
Der Neubau der Schule liegt voll im Zeitplan und ab dem Schuljahr 2023/24 wird das schulische Leben mit seiner ganzen Vielfalt dort Einzug halten. Ich durfte dieses Werden begleiten und zusammen mit dem Lehrerkollegium auch mitgestalten. Dafür bin ich sehr dankbar.
Welches sind nun die vorrangigen Aufgaben, die vor Ihnen liegen?
Nach Artikel 111 BayEUG gehören zur staatlichen Schulaufsicht die Sicherung der Qualität von Erziehung und Unterricht, die Planung und Ordnung des Unterrichtswesens, die Förderung und Beratung der Schulen und die Aufsicht über die inneren und äußeren Schulverhältnisse sowie über die Schulleitung und das pädagogische Personal.
Die unmittelbare staatliche Schulaufsicht obliegt bei öffentlichen Grundschulen und Mittelschulen den Staatlichen Schulämtern. Im Besonderen bin ich unter anderem für die Bereiche Mittagsbetreuung/Ganztagesangebote, Hausunterricht, Kooperation mit dem Jugendamt, Schulfahrten und -wanderungen, Verwaltungsangestellte an Schulen und den großen Bereich der „mobilen Reserven“ zuständig.
Was reizt Sie dabei am meisten?
Die Übernahme neuer Tätigkeiten/Verantwortungen. Dazu die Begleitung junger Kolleginnen und Kollegen im Rahmen des Verbeamtungsprozesses. Die Begleitung und Beratung der Schulleitungen „meines“ Bereiches im Osten des Landkreises. Hier helfen mir meine jahrelangen Erfahrungen als Schulleiter einer Grund- und Mittelschule. Über den eigenen Tellerrand schauen!
Werden Sie den täglichen engen Kontakt mit Ihren Schülern vermissen?
Der Wunsch, mit Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten, ihnen etwas beibringen zu wollen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, ist die unabdingbare Grundlage für jeden Lehrberuf. Diese Situationen werde ich vermissen. Als „Ersatz“ habe ich meine Schulkinder zuhause (lacht).
Autorin: Eva Lagler