Samerberg – Einmal im Jahr hat der Samerberg eine „Entenplage“. In Reih‘ und Glied – wie es in Entenmanier üblich ist – ziehen sie dann durch die Gemeinde. Doch keine Angst, gemeint sind nicht die Tiere, sondern der Citroën 2CV – das kleine, bunte Auto, das jeder unter dem Namen „Ente“ kennt. Sie versammeln sich heuer wieder am 13. August beim „Entenwirt“ in Törwang am Samerberg. Dabei wird nicht nur einfach das Auto an sich zelebriert, sondern auch die Freundschaften, die aufgrund des jährlichen Ententreffens entstanden sind.
Viele ungeduldige
Anrufe im Vorfeld
„Die Vorfreude ist sehr groß“, sagt Peter Schrödl, der Wirt der Gastwirtschaft „Zum Entenwirt“ in Törwang. Wie so viele Veranstaltungen konnte das Enten-Treffen die vergangenen zwei Jahre nicht stattfinden. „Viele haben schon bei uns angerufen und gefragt, ob das Treffen heuer endlich wieder stattfindet“, sagt Schrödl. Um so mehr freut sich der Wirt, dass er heuer zum 23. Ententreffen einladen darf. Der Ablauf hat sich in den vergangenen Jahren eingespielt. Die Fahrer trudeln nach und nach am Samstagvormittag beim Entenwirt ein. Dann gibt es ein gemeinsames Mittagessen – natürlich Ente. Auf diese Speise hat sich Schrödl Ende der 90er-Jahre spezialisiert. Und eigentlich ist diese Entscheidung der Grund, warum es seit über 20 Jahre das Ententreffen am Samerberg gibt. Denn wer auf seiner Karte als Schwerpunkt Ente anbietet, der muss doch auch eine Ente fahren und bei dem muss doch auch das Ententreffen stattfinden. Denn bevor die Enten an den Samerberg zogen, fand das Ententreffen im Entenhof in Großkarolinenfeld beim Franz Kaffl statt. Er wird heuer 75 Jahre alt, hat bisher kein Enten-treffen ausgelassen und schraubt nach wie vor an den Autos und ist quasi der „Entendoktor“ des Treffens. „Das ist Kult“, schwärmt Franz Kaffl. „So ein Auto gibt es nicht mehr. Die Ente hat alles.“ Sie sei einfach und funktional, verbrauche wenig Sprit, ein Cabrio und noch dazu weich gefedert. „Wenn ich mich in meine Ente setze, dann entspanne ich sofort. Das ist wie Urlaub“, fügt Schrödl hinzu. Ab 14 Uhr können die Entenfahrer am Samstag genau in dieses Urlaubsgefühl bei einer Rundfahrt um den Samerberg eintauchen. „Jeder fährt für sich“, sagt Schrödl. Bei den rund 80 Entenfahrern, die erwartet werden, könne es aber schon mal zu einer Kolonne kommen. Bis die Enten einmal rund um den Samerberg fahren, haben manche schon einen weiten Weg hinter sich. „Es kamen schon Fahrer aus Dänemark, Italien, Frankreich oder England“, so Schrödl. Eine Familie aus dem Allgäu komme bereits seit 23 Jahren, wirft Peter Schrödls Frau Katharina ein. Da haben sich bereits viele Freundschaften entwickelt. Und Anekdoten aus 23. Jahren gibt es ebenfalls zu genüge.
Freundschaften pflegen und erhalten
Beim ersten Ententreffen, das damals noch im September stattfand, lag Schnee. Einmal ist eine Ente bei der Rundfahrt liegengeblieben und einmal führte die entspannte Atmosphäre beim Entenwirt sogar zum Kindersegen. „Das ist wirklich passiert“, sagt Schrödl. Er habe mal einen Brief erhalten, indem ein Paar geschrieben hat, dass sie seit Jahren versucht haben ein Kind zu bekommen. „Und auf der Entenwiese hat es dann geklappt“, lacht Schrödl. Am Samstag kommen dann neue Erinnerungen dazu, wenn Törwang wieder zu Entenhausen wird.