Leserforum

Trockene Ischler Achen: Landratsamt hat Informationen nicht überprüft

von Redaktion

Zu „Ist es der Wassermangel oder der Biber?“ (Lokalteil):

Mein Entsetzen war groß, als ich vom Trockenfallen der Ischler Achen gelesen habe. Wenn nun, nach Aussage des Landratsamtes Rosenheim, nicht der Biberdamm am Abfluss des Hartsees Schuld an der Misere ist, was ist dann die Ursache? Wie kann die Fachbehörde im Amt davon ausgehen, dass ein allgemeiner Niedrigwasserstand im Landkreis das Trockenfallen der Ache ausgelöst hat, wenn öffentlich zugängliche Daten zeigen, dass Pelhamersee und Hartsee seit Monaten, und auch aktuell, ganz normale Wasserpegel aufweisen? Wieso ist es dieser Fachbehörde nicht möglich, diesem Malheur vor Ort wirklich auf den Grund zu gehen oder ist diese Behörde im Besitz „alternativer Fakten“?

Franz Stein

Eggstätt

Wer heute und in den vergangenen Monaten die Stege am Hartsee beobachtet oder benutzt hat, dürfte bemerkt haben, dass der Wasserpegel ganz normal ist (530,1 Meter über NN, plus minus einige Zentimeter). Wenn der Stand 30 Zentimeter höher wäre (das wird vom Landratsamt als „normal“ gesehen, denn jetzt fehlen ja angeblich 30 Zentimeter), dann stünde die waagerechte Unterbaukonstruktion der Stege bei „normalem“ Pegel dauerhaft im Wasser und würde deshalb alle paar Jahre verfaulen.

Es wäre also eine Fehlkonstruktion. Hier wird von Seiten des Landratsamtes offensichtlich mit falschen Zahlen argumentiert.

Das Landratsamt hat es offenbar auch nicht der Mühe wert gefunden, die Angaben seiner Informanten zu prüfen.

Dies wäre zum Beispiel sehr einfach mit einem Besuch auf https://www.gkd.
bayern.de, der Infoseite des Gewässerkundlichen Dienstes des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, möglich gewesen. Darauf hatte ich das Landratsamt hingewiesen. Eine vor einigen Wochen an die Leitung der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt ausgesprochene Einladung, sich doch selbst ein Bild von der Lage vor Ort zu machen, wurde abgelehnt.

Bei aller Freude an den Bibern kann es nicht hingenommen werden, dass diese ohne Abwägung der Verhältnisse erheblichen Schaden – sowohl in der Natur als auch in der Landwirtschaft – anrichten dürfen.

Ein völliges Ausbleiben des Wasserdurchflusses in der Ischler Achen – so wie nun seit über zwei Monaten – wurde auch von älteren Eggstättern selbst in trockenen Zeiten bisher nie beobachtet.

Josef Grabmayr

Eggstätt

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