von Redaktion

Interview mit Schirmherrn Alois Loferer und den Vorplattlern zum Gautrachtenfest

Bad Endorf – Wehmut, weil’s vorbei ist, Lob und Anerkennung von allen Seiten, Stolz auf das gemeinsam Geleistete – das ist es, was vom Gautrachtenfest in Bad Endorf eine Woche danach bleibt. Gespräch mit dem Schirmherrn Alois Loferer und den Vorplattlern Sepp Hofmeyer und Lukas Summerer stellvertretend für die Aktiven des Festvereins GTEV Edelweiß Endorf.

Was war ihr schönstes Erlebnis während des Gaufestes?

Alois Loferer: Die ausgelassene Erwartungsfreude der Gäste beim Bieranstich war bemerkenswert und hat gut über die Nervosität vor meinem allerersten Anzapfen in Amt und Würden geholfen. Übertroffen wurde das allerdings noch von dem wundervollen Bild, das ich vom Ambo des Festaltars bei meiner kurzen Begrüßung der Gäste zu Beginn des Festgottesdienstes vor mir hatte: viele Tausend Trachtlerinnen und Trachtler im prächtigen Gwand, in freudiger Erwartung des perfekten Festsonntags – einmalig!

Lukas Summerer: Der perfekte Auftritt der Aktiven am Gauheimatabend.

Sepp Hofmeyer: Bei mir war es kein einzelnes Erlebnis, sondern der überwältigende Zusammenhalt. Dass alle mit angepackt haben und dass tatsächlich der ganze Verein und vor allem die Aktiven voll und ganz hinter dem Fest standen.

Zwei Jahre lang waren aufgrund der Corona-Pandemie kaum Feste möglich. Hatte das Gaufest positive Auswirkungen auf die Gemeinschaft im Ort?

Loferer: Selbstverständlich! Der positive Elan unseres Trachtenvereins bei der Organisation und Umsetzung des Gaufestes hat so viel Kraft entwickelt. Das hat die ganze Gemeinde begeistert und viele zusätzliche helfende Hände mobilisiert. Auf diese große Gemeinschaftsleistung des GTEV Edelweiß und aller Helferinnen und Helfer dürfen wir in Bad Endorf besonders stolz sein!

Sie hatten für die Vorbereitung nur vier Monate Zeit. Inwieweit hat das Fest nachhaltig ihr Vereinsleben geprägt?

Summerer: Jung und Alt sind in dieser Zeit zusammengewachsen, die einzelnen Vereinsmitglieder haben sich noch besser kennengelernt. Das heißt, wir können in der Zukunft gerne weitere Feste auf die Beine stellen.

Hofmeyer: Die Zusammenarbeit in der Kürze der Zeit hat uns unheimlich zusammengeschweißt. Jeder hat gegeben, was er kann und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.

Herr Loferer, Sie waren Schirmherr/Bürgermeister und Gast – waren Sie immer automatisch in allen drei Funktionen auf dem Fest? Welche macht am meisten Spaß und konnten Sie auch mal rein privat mit Familie und Freunden auf das Gaufest gehen?

Ich war bei jeder Veranstaltung in allen drei Funktionen, allerdings durchaus in unterschiedlichen Ausprägungen. Am Gauheimatabend war ich mehr Schirmherr, am Festsonntag zusätzlich stolzer gastgebender Bürgermeister. Da ich meinen beiden Söhnen dieses wunderschöne Ereignis nicht vorenthalten wollte, war ich dabei natürlich auch begeisterter Papa. Die Schirmherrschaft war mir eine große Ehre! Wenn man solche Feste mitfeiern darf, ist man noch lieber Bürgermeister. Ich habe aber auch sehr genossen, den Kabarettabend mit Familie und Freunden zu erleben. Ein besonders schöner Moment war außerdem, alleine mit meiner Frau mitten im Trubel des Bier- und Weinfestes Brotzeit zu machen.

Wie war es bei Ihnen? Waren Sie immer als Helfer/Organisator auf dem Gaufest oder konnten Sie an einem Abend nur genießen?

Summerer: Wir waren immer in der Verantwortung, was uns aber nicht davon abgehalten hat, alle Veranstaltungen zu genießen. Am letzten Abend, als es offiziell zu Ende war, hatten wir natürlich mehr Spaß als sonst und haben ausgelassen unser gelungenes Fest gefeiert.

Hofmeyer: Bei so einem großen Fest gibt es immer etwas zu tun. Es gab vielleicht einzelne Minuten oder Stunden, wo wir nicht gefordert waren. Aber im Grunde war jeder jederzeit bereit, hinzulangen, wenn es erforderlich war.

Gab es Momente vor oder während des Gaufestes, in denen Sie dachten: Das packen wir nicht und wie konnte es ins Positive gewendet werden?

Summerer: Nein, keinen einzigen. Ab dem ersten Tag des Aufbaus war es mir klar, dass wir das alle zusammen schaffen. Man muss aber auch sagen, dass die Planung und Organisation perfekt waren.

Hofmeyer: Als Vorplattler hat man eine gewisse Vorbildfunktion und darf eigentlich gar nicht schwarzsehen, man muss die Leute immer motivieren. Speziell der Aufbau der Bar hat mir zwischendurch schon ein wenig Sorgen gemacht, aber ich wusste, dass wir es hinbekommen werden. Und so war es ja dann auch.

Wie war die Zusammenarbeit zwischen Verein und Verwaltung?

Loferer: In Anbetracht knapper Vorbereitungszeit mussten wir schnell und zielführend zusammenarbeiten. Das hat in meinen Augen sehr gut funktioniert, mit direkten Kontakten, kurzen Dienstwegen und dem notwendigen gemeinsamen Überblick.

Sie haben die Aktiven ab 16 Jahren trainiert: sind Sie stolz auf das Erreichte?

Summerer: Ja, freilich samma stolz auf unsere Aktiven! Aber es lag nicht allein in unserer Hand, es hat wirklich jeder mitgerissen. Von organisatorischer Seite möchten wir uns auch noch besonders bei der Dirndlvertreterin Elisabeth Widholzer für die gute Zusammenarbeit bedanken.

Hofmeyer: Ja, definitiv. Aber ausgemacht hat es die ganze Gruppe, jeder Einzelne, der dabei war.

„Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten“ – mit diesem Sinnspruch tritt der Gauverband I auf. Wie wurde das während des Gaufestes gelebt und zukunftsfähig gemacht?

Loferer: Der Sinnspruch ist alles andere als rückwärtsgewandt, denn Zukunft braucht Wurzeln. Die Trachtenvereine haben Zukunft – das sieht man alleine an der Zahl der Kinder und Jugendlichen, die begeistert dabei sind. Sie alle zeichnet die Gemeinschaft aus, das hat man beim Gaufest deutlich erleben dürfen. Wenn Menschen miteinander Feste organisieren und feiern, dann ist das gut für unsere Gesellschaft. Hier werden positive Erlebnisse ermöglicht und Schranken abgebaut.

Hofmeyer: Unser Gaufest hat gezeigt, dass auch nach den schwierigen letzten beiden Jahren und den Rissen in der Gesellschaft zum Trotz die Werte Brauchtum, Tradition, Heimatverbundenheit, Anerkennung gegenüber den Leistungen der Vorfahren durch nichts kaputt zu machen sind. Diese Werte sind Ursprungswerte, die von Jung und Alt zusammen bei uns im Verein gelebt werden. Die Älteren sind auch weiterhin motiviert, der Jugend diese Werte weiterzugeben, was ja letztlich mit eine Motivation für uns war, dieses Fest auszurichten.

Elf Tage lang konnten Sie ihren Verein von der besten Seite zeigen. Wer kann mitmachen und wo kann man sich melden?

Hofmeyer: Jeder, der sich für den Erhalt unserer bayerischen Kultur einsetzen möchte, ist bei uns willkommen.

Summerer: Melden kann man sich bei uns gerne übers Kontaktformular der Website www.trachtenverein-endorf.de.

Wie geht es weiter?

Hofmeyer: Die Aktivengruppe kann sicher noch viele Jahre von diesem wunderbaren Gaufest zehren, und durch die vielen positiven Erfahrungen auch den Folgegenerationen vermitteln, wie schön so ein Fest ist und wie wertvoll es ist, Teil eines Vereins zu sein. Wir sind jedenfalls voll motiviert für viele weitere gemeinsame Erlebnisse. Interview: re

„Überwältigender Zusammenhalt“

Artikel 4 von 11