Bad Endorf – Sie können sich noch nicht zu einer Entscheidung durchringen, die Marktgemeinderäte. Lärmschutz an der Bahnstrecke ja oder nein und wenn ja, wie – die Frage bleibt mindestens bis zur Ratssitzung nach der Sommerpause, bis zum September, unbeantwortet.
Aktiver Schutz mittels gut drei Meter hoher Alu-Wände oder passiver Schutz durch Maßnahmen an den Gebäuden entlang der Strecke, dieses Thema steht seit 2018 im Raum. Die Bundesbahn hatte zwischenzeitlich nicht auf Anfragen reagiert, drängt aber nun auf eine Entscheidung (wir berichteten mehrfach).
Info-Veranstaltung
online kaum gefragt
Bürgermeister Alois Loferer (CSU) ließ ein Informationsschreiben verteilen, das die Präsentation der online erfolgten Bürger-Informationsveranstaltung am 18. Juli zusammenfasste. „Eine interessante Lektüre“, befand der Bürgermeister. Er wies darauf hin, dass die Gemeinde zur digitalen Veranstaltung eingeladen und 613 Wohnungseinheiten angeschrieben habe. Aber: „Die Partizipationsrate war sehr gering.“ Nur 65 Rechner seien online zugeschaltet gewesen.
Er vermute aufgrund der Zuschriften und Telefonate, die er mittlerweile erhalten habe, dass die Tendenz der Bad Endorfer eher in Richtung aktiver Lärmschutzmaßnahmen, also Lärmschutzwände, gehe, so Loferer. Den Eindruck habe er auch schon während der Online-Informationsveranstaltung gehabt. Bei der sei auch gefragt worden, wie lange es denn dauern würde, bis passive Lärmschutzmaßnahmen an den Häusern umgesetzt werden. Laut Bahn sofort nach dem Beschluss des Gemeinderates, so der sich gegen Lärmschutzwände entscheidet. Entscheidet sich der Rat für eine Lärmschutzwand, dann wird zunächst diese gebaut und dann werden Häuser, bei denen mehr als 54 Dezibel ankommen, mit Schallschutzfenstern etc. ausgestattet.
Das wäre dann laut Bahn wohl etwa 2026. Die Bahn biete dieses eine Paket Lärmschutzmaßnahmen an, und das sei „nicht beeinflussbar.“ Im Juli 2018 hatten DB-Vertreter über mögliche Lärmschutzmaßnahmen informiert, die Teilnehmer konnten ihre Meinung in einer Art Briefkasten kundtun. Mehrheitlich wurden damals 1,5 Meter hohe Lärmschutzwände präferiert. Fakt sei nun, so Loferer, nach der neuen schallschutztechnischen Untersuchung: Nur drei Meter hohe Lärmschutzwände werden gefördert.
Stets auf der
Sachebene bleiben
Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass der Gemeinderat auf Sachebene zu beschließen habe. Das Infomaterial der Bahn umfasse mittlerweile rund 500 Seiten. Der Gemeinderat müsse nun „den Mut haben, Entscheidungen zu treffen“, so Loferer.
Der Bernauer Gemeinderat hatte den Mut bereits. Dort ist man in der gleichen Situation: Die Gleise führen mitten durch den Ort. Und Bernau ist ebenfalls ein vom Tourismus geprägter Ort. Dort beschloss der Gemeinderat mit 10:7, auf Lärmschutzwände zu verzichten.