von Redaktion

Judith Gerlach überreicht Plakette „Digitales Amt“

Kiefersfelden – Die Auszeichnung „Digitales Amt“ kann sich die Grenzkommune jetzt an ihre Fahne heften, als eine der ersten Gemeinden in der Region. Denn im Rahmen einer kleinen Feierstunde vor dem Kieferer Rathaus nahm Bürgermeister Hajo Gruber (UW) aus der Hand von Staatsministerin Judith Gerlach die Auszeichnung „Digitales Amt“ für die Digitalisierung der Rathausverwaltung sichtlich erfreut entgegen.

Corona zeigte
Defizite deutlich auf

Die Leiterin des Staatsministeriums für Digitales blickte dabei kurz zurück auf die letzten Jahre, in denen das Coronavirus und dessen Auswirkungen im digitalen Alltag die Defizite sehr deutlich aufgezeigt haben. „Die Aktion ,Digitales Amt‘ spielt mir natürlich in die Karten, es kommt eine deutliche Dynamik in die Sache. Und es ist für uns alle ein guter Start, aber wir sind noch lange nicht am Ende des Weges“, so Gerlach.

Die Digitalisierung der Verwaltung sei eine der wichtigsten Aufgaben der bayerischen Kommunen in den nächsten Monaten. Einige seien hier bereits vorbildlich unterwegs und mit dem neuen Prädikat „Digitales Amt“ „wollen wir nicht nur das Engagement dieser Gemeinden, Städte und Landkreise würdigen. Wir können auch den Bürgerinnen und Bürgern dort zeigen: Schaut her, hier könnt ihr viele eurer Anliegen schon online erledigen“, so die Ministerin, die sich letztlich auch „für das Engagement der digitalen Mannschaft ganz herzlich“ bedankte.

Für Bürgermeister Hajo Gruber „ist diese Auszeichnung das Werk mehrerer computeraffiner Verwaltungsmitarbeiter, die sehr engagiert an der digitalen Vernetzung gearbeitet haben und die mit der geschaffenen „Rathausapp“ eine deutliche Erleichterung während der durch Corona bedingten Beschränkungen bewirken konnten“. Und der Rathauschef weiter: „Es ist eine infrastrukturelle Herausforderung, bis alles so ist, wie es sein soll. Das ist unser Ziel, es dem Bürger so einfach wie möglich zu machen und ihm sinnbildlich den Weg ins Rathaus digital so weit wie möglich abzunehmen. Die Aktion hat ein tolles Tempo angenommen, aber es gibt sicher noch einiges zu tun“. Doch zunächst einmal durften sich alle Beteiligten über diese Auszeichnung freuen, in der sie auch den Ansporn sehen, „nicht nachzulassen in der Digitalisierung des Amts“, wie es Gruber dann auf den Punkt brachte.

Die Gemeinde Kiefersfelden bietet seit geraumer Zeit ihren Bürgern die Möglichkeit, digital „mit der App ins Rathaus“ gehen zu können.

Die App bietet verschiedene Leistungen an, von aktuellen Ereignissen über gemeindliche Informationen und Dienste bis hin zum „Service“, der die Möglichkeit bietet, Bescheinigungen, Zeugnisse, Dokumente und Ähnliches digital abzurufen und auch gleich auszufüllen. Für diese digitale Mammutaufgabe zeichnen in der Gemeinde vor allem Geschäftsleiter Michael Priermeier sowie seine Mitarbeiter Veronika Goldmann, Sebastian Senftleben, Sebastian Bichler und ganz neu der IT-Mitarbeiter Andreas Scheffler verantwortlich.

Technischen Ausbau
weiter vorantreiben

Sie ebneten teils seit Jahren mit viel Engagement und Fachwissen den digitalen Weg. Aber nicht nur für Priermeier ist das „nur ein Etappenziel. Wir werden den digitalen Ausbau der Verwaltung weiter vorantreiben, im Rahmen unserer personellen und auch finanziellen Möglichkeiten.“

Dabei greifen er und seine Mitarbeiter natürlich gerne auf „die großzügige Förderung des Freistaats bei der Anschaffung von Programmen und Software, also dem Zugang zu den Programmen“, zurück.

Ministerin kommt mit Preis

Die Auszeichnung „Digitales Amt“ war auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales im Juni 2021 eingeführt worden. Um das Prädikat zu erhalten, müssen interessierte Kommunen mindestens 50 rein kommunale oder zentrale Online-Verfahren im BayernPortal verlinkt haben. Nach einer Prüfung durch das Bayerische Staatsministerium für Digitales erhalten die Kommunen sodann ein Schild mit der Aufschrift „Digitales Amt“, ein Online-Signet für ihre Website, und sie werden auch auf der Website des Ministeriums veröffentlicht. Im Rahmen des Förderprogramms „Digitales Rathaus“ stehen bayernweit rund 42 Millionen Euro bereit. Gemeinden sowie Gemeindeverbände können diese Zuschüsse für die erstmalige Bereitstellung von Online-Diensten erhalten. Mit dem „Grundkurs Digitallotse“ vermittelt das Digitalministerium zudem auch noch rechtliche und organisatorische Grundlagen zur kommunalen Digitalisierung.

Ministerium fördert mit Geld und Fortbildung

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