Oberndorf – Rennleiter Kerstin und Manfred Huber zeigten sich während einer Rennpause sehr zufrieden mit dem Seifenkistenrennen. 32 Teilnehmer, „so viele Teilnehmer hatten wir schon lange nicht mehr,“ freute sich Mane Huber.
Dabei sind die Teilnahmebedingungen sehr streng: Der Fahrer beziehungsweise die Fahrerin braucht einen geschlossenen Schutzhelm, das Gefährt muss mindestens drei Räder besitzen, darf keinen eigenen Antrieb haben und es muss lenk- und bremsbar sein.
Ältester Teilnehmer ist 81 Jahre alt
Um das zu testen, ist vor dem eigentlichen Rennen ein Testlauf angesetzt, bei dem auch die Bremskraft überprüft wird. Die Renn-Elite aus nah und fern (die Rennfahrer kamen bis aus Fürstenfeldbruck, Altötting und Niederbayern) maß sich in drei Durchgängen in vier verschiedenen Altersklassen. Der jüngste Teilnehmer war sechs, der älteste 81 – die Liebe zum Seifenkistenrennen kennt scheinbar keine Altersgrenzen.
Mit Bierfass und Palme unterwegs
Die Schnelligkeit war das A und O. Dabei hätte jedes einzelne Fahrzeug einen Preis verdient, so viel Zeit und Mühe hatten die Rennfahrer in ihre Gefährte gesteckt. Abenteuerlich wirkte das aufgebockte Kettcar, windschnittig und schmalst geschnitten präsentierte sich Silberpfeil, witzig der fliegende Teppich und extravagant die Bierkutschn mit Bierfass und Palme als Heckspoiler. „Wir durften mitarbeiten an unseren Autos“, strahlen die beiden Brüder Martin (9) und Julian (11) Lampersberger.
Ihr Teamchef (und selbst Rennfahrer) Dieter Reiter (57) aus Höslwang hatte die beiden Brüder aus Amerang auch vor dem Rennen auf die Feinheiten der Strecke aufmerksam gemacht: „Zwischen den beiden Gullydeckeln durch“, verrät Julian. Von einer Rampe runter geht es über eine Gerade in eine Haarnadel-Kurve und dann schneidig hinunter auf die Zielgerade. „Mutig, wie die in den Kurven liegen“, konnte man von einigen Zuschauern hören. „Auweia, ob der des derbremst“, seufzte so mancher Zuschauer, wenn die Boliden auf das Ziel zurasten.
Die beiden Eggstätterinnen Katharina Pflüger und Silvia Fischer hatten sich die besten Plätze an der Haarnadelkurve gesichert („wir sind rennerfahren“), beschattet von einer großen Kastanie fieberten die beiden auf Campingstühlen mit. Schließlich galt es, die Söhne Emil (9) auf Feuerblitz und Leo (9) auf New Holland 77 anzufeuern. Was auch funktionierte, denn die beiden wurden schließlich Zweiter und Dritter in der Middies-Klasse der Acht- bis Zwölfjährigen.
Überholt wurden sie in der Gesamtwertung nur von Marlene Reischer (11), die auf Cobra 13 acht Sekunden schneller war als ihre Verfolger. Dass Cobra 13 nicht nur ein sportlicher Name ist, sondern auch für Schnelligkeit steht, bewies wenig später Marlenes Vater Franz (48), der mit dem Boliden Zweiter in der Erwachsenenklasse wurde.
Martin Czemmel (50) aus Gangkofen begeisterte das Publikum mit dem fliegenden Teppich. Seine Rennzeiten waren ihm egal, „mir geht’s um den Spaß“.
Ehrgeiziger dagegen zeigte sich seine Tochter Lisa (16), die auf ihrer Binataler Kistn, einem Stück Käse nicht unähnlich, zu Gold in der Teenie-Klasse raste, oder auch Nick Wagenstetter (73).
„Das ist heute nicht meine Strecke“, brummte der Forstinger, ehe er schlussendlich doch auf Bayernbrummi mit Bronze belohnt wurde.
Tagessieger wurde übrigens Leonhard Oswald (68) auf Blauer Blitz. „Gaudi, Ruhm und Ehre“ hatte Rennleiter Mane Huber vor dem Start als Devise ausgegeben, dafür stehe der Grand Prix von Oberndorf, und dass dem so ist, bewies das Seifenkistenrennen des MSC Sonnering.